Rückblick

Hier finden Sie Berichte vergangener Wanderungen oder Veranstaltungen

 


 

Jahresrückblick 2021

 

22. Juni 2021

 

Es geht wieder los!

OWK Nieder-Ramstadt eröffnet Wandersaison

 

Mitglieder des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt „scharrten lange mit den Hufen“ und freuen sich jetzt, wieder Gruppenwanderungen zu unternehmen. Das gemeinsame Wandern ist schließlich der Kern ihres Vereinslebens. Die erste Tour führte sie nach langer Pause zum Reinheimer Teich. Nach Ankunft am Bahnhof Reinheim erklärte Wanderführer Robert Nordmann als ehemaliger „Eisebähner“ den Wanderern die Unterschiede zwischen einem Bahnhof, einem Haltepunkt und einem Bahnknotenpunkt. Was es alles gibt! Vorbei am Feuerwehrgerätehaus führte die Wanderung auf der früheren Trasse der Rodgaubahn direkt zum Reinheimer Teich. Den Teilnehmern war bis dahin von der Existenz dieser Eisenbahn, die bis in die 1960er Jahre von Reinheim über Dieburg nach Offenbach verkehrte, nichts mehr bekannt. Malerisch in der Gersprenzaue zwischen Spachbrücken und Habitzheim liegt das seit 1975 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Gelände Reinheimer Teiche. Heute ist es Bestandteil des FFH-Gebietes „Untere Gersprenz“ und ist somit Teil des Schutzgebietes NATURA 2000. Es ist ein Refugium für durchziehende Vögel und dient gleichzeitig als Ruhe- und Rastplatz. Die Europäische Sumpfschildkröte wurde 2001 hier nachgewiesen. Jetzt ziert das Reptil das Logo der Reinheimer Teiche. Weiterhin besteht eine Graureiherkolonie, die Anzahl der Störche nimmt zu, Rot- und Schwarzmilane sind ansässig und auch der Biber hat sich angesiedelt. Auf einem Rundweg kann das Gelände erkundet werden, wobei auf mehreren Schautafeln die hier vorkommenden Tiere und Pflanzen erläutert werden. Nicht störend wirken sich die dort befindliche Kläranlage des Abwasserverbandes „Vorderer Odenwald“ sowie das Segelfluggelände aus, da der Flugbetrieb überwiegend am Wochenende stattfindet. In der Naturschutzscheune finden regelmäßig Seminare und naturkundliche Veranstaltungen für Interessierte statt. Eine Wanderung in diesem Gebiet lohnt sich für Groß und Klein zu jeder Jahreszeit. Nach einer eindrucksvollen Wanderung bedankten sich die Teilnehmer bei ihrem Wanderführer für die Vorbereitung und Durchführung dieser Tour.


 

13. Juli 2021

 

Wandern macht bewandert

OWK Nieder-Ramstadt erkundet Heppenheim

 

Drei Tore gewährten früher Einlass in die Stadt Heppenheim: Wormser Tor, Würzburger Tor und Laudenbacher Tor. Heute kann man die Stadt von allen Seiten betreten. Als gebürtiger Heppenheimer Bub ist Alfred Friedrich bestens mit der Geschichte seiner Heimatstadt vertraut. Er kennt alle Sehenswürdigkeiten und die verschlungenen Wege und Gassen rund um die Stadt. Auf dem sogenannten Eisenpfad, in dem in alter Zeit der Mühlbach floss, sind noch Reste kleiner Brücken als Zeitzeugen zu sehen. Hier wanderten die Mühltaler auf einem schmalen glitschigen Weg im Gänsemarsch zwischen Schlossberg und Altstadt zur Siegfriedstraße, wo sich entlang des Stadtbaches mehrere Mühlen befanden. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Tugersmühle, früher Mahlmühle – später Teigwarenfabrik, sowie der Schindersburg, dem Wohnhaus eines wohlhabenden Müllers und der Stadtmühle geschenkt. Schautafeln an den Gebäuden erläuterten die jeweiligen historischen Daten. Nach Überqueren der Bundesstraße kamen die Wanderer am Gemeindekarzer, einer ehemaligen Arrestzelle für über die Stränge geschlagenen Schüler und Studenten, vorbei und gelangten durch die Schunkengasse in die malerische Altstadt zum Marktplatz mit prachtvollen Bürgerhäusern, dem Rathaus, der Liebig-Apotheke und dem Marktbrunnen mit der Mariensäule. Auch der katholische Pfarrkirche, dem „Dom der Bergstraße“, wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Starkenburg wurde diesmal nur aus der Ferne betrachtet. Heppenheim zu verlassen, ohne ein gemütliches Weinlokal aufgesucht und einen „Bergsträßer“ getrunken zu haben, wäre gefrevelt. Der alte Gasthof „Zum halben Mond“ hat schon immer viele berühmte Gäste gesehen. So ist es kein Wunder, dass auch die Nieder-Ramstädter hier Schlussrast machten, bevor sie den kurzen Weg zum Bahnhof und damit ihre Heimreise antraten. Fazit der Wanderung: Wenn man die Augen offenhält, wird man beim Wandern immer ein bißchen klüger. Dem Wanderführer Alfred Friedrich, der sich mit der Vorbereitung und Durchführung dieser besonderen Stadtrunde viel Mühe gemacht hat, wurde herzlich gedankt.


 

25. Juli 2021

 

Grüngürtel Frankfurt

OWK Nieder-Ramstadt wandert zu Brunnen, Bächen  und Teichen

 

Ausgehend vom Bahnhof Frankfurt-Louisa wanderten 20 Personen quer durch den Frankfurter Stadtwald zum neu errichteten Goetheturm. Erstes Anlaufziel war die sagenumwobene Quelle des Königsbrünnchens nahe der Oberschweinstiege. Hier haben sich einst die Sachsenhäuser ihren Labetrank geholt. Die im Wasser liegenden Steine zeigten deutlich eine rötliche Verfärbung, was auf eisenhaltiges Wasser hinwies. Entlang des Königsbaches war dann in kurzer Zeit der Jacobiweiher erreicht. Hier und an weiteren Strecken des Grüngürtelweges konnten an den Bäumen einige der vom Frankfurter Künstler F. K. Wächter geschaffene Exponate wie der Pinkelbaum, eine Eule im Norwegerpullover und der Monsterspecht bewundert werden. Vorbei am Vogelschutzgehölz „Grastränke“ kam bald der weit abseits gelegene Maunzenweiher in Sicht. Hier haben früher die Oberräder Töpfer den Ton für ihr Handwerk gewonnen. Hans Bernhard Jacobi, seinerzeit Leiter des Forstamtes Frankfurt, hatte ein Faible für Teiche. Er schuf nicht nur den nach ihm benannten Jacobiweiher, den die Frankfurter liebevoll Vierwaldstätter See nennen, sondern sorgte auch dafür, dass aus der vollgelaufenen Lehmgrube zwischen Oberrad und Offenbach ein vorzeigbarer Teich wurde. Der Name Maunzenweiher weist auf die Existenz der damals im Stadtwald heimischen Wildkatzen hin. Bald wurde der Grüngürtel verlassen und Richtung Goetheturm gewandert. 2017 wurde der Goetheturm aus dem Jahr 1931 von Unbekannten abgefackelt und ist bis auf die Fundamente niedergebrannt. Mit Hilfe großzügiger Spenden der Frankfurter Bevölkerung und der ausgezahlten Versicherungssumme ist es gelungen, den Turm innerhalb von drei Jahren wieder im selben Stil aufzubauen. Mit 43 m Höhe ist es der höchste hölzerne Turm in Hessen und bietet wieder einen herrlichen Rundblick über die gesamte Stadt und den Stadtwald, die „grüne Lunge“ der Mainmetropole. Jetzt konnten die Wanderer auf dem Gelände rund um den Turm verweilen, bevor es mit Bus und Bahn wieder zurück nach Nieder-Ramstadt ging. Eine schöne Wanderung mit vielen neuen Eindrücken war zu Ende. Danke an die Wanderführer und Organisatoren Inge und Wilfried Plößer!


 

17. August 2021 

 

Aus der Ebene in den Urwald

OWK Nieder-Ramstadt am Fabiennesteig

 

Die Wanderung begann am Oberwaldhaus. Über die Steinbrückerteichschneise führte der Weg zum Jagdschloss Kranichstein und weiter entlang der Feldschneise mit den jeweiligen Jahresbäumen in den Arheilger Forst. Inmitten eines Naturschutzgebietes versteckt, liegt der romantische Dianateich, dessen Wasser größtenteils mit Wasserlinsen bedeckt ist, am Wegrand. Zusammen mit dem nicht weit entfernten, neu hergerichteten Rokokoschlösschen Dianaburg handelte es sich hier um das Lieblingsrevier des Jagdlandgrafen Ludwig VIII, der zum Leidwesen der Bauern der Parforcejagd frönte. Heute ist die Dianaburg eine Außenstelle des Darmstädter Standesamtes. Nächstes Ziel war der „Fabiennesteig“, benannt nach dem Herbststurm Fabienne und  vom Forst als Erlebnispfad angelegt. Die umgestürzten Bäume liegen heute noch genauso da, wie sie im September 2018 umgefallen sind. Riesige Wurzelteller ragen in die Höhe. Mit Kletterhilfen wie Trittstufen und mit Seilen gesichert, kann auf eigene Faust der Pfad erkundet werden. An sieben Stationen wird auf Schautafeln die Funktion des Waldes erläutert und man erkennt, wie die Natur sich aus eigener Kraft wieder erholt. Etwas Geschicklichkeit beim Klettern über Baumstümpfe, bemooste Äste und umgestürzte Bäume ist schon erforderlich. Die Besucher jedoch sind glücklich, wenn sie den 800 m langen Pfad schadlos überstanden haben und sich zur Schlussrast in das wunderschön gelegene Ausflugslokal „Kalkofen“, das etwas außerhalb von Arheilgen inmitten von Feldern und Wiesen liegt, begeben können. Hier erfreuten sich die Gäste nicht nur an rustikalen Speisen und Getränken, sondern auch an diversen Tieren wie Pfauen, Papageien und Damwild.  Nach erfolgter Stärkung wird dann von den 18 Wanderern der Rückweg parallel zum ehemaligen Rangierbahnhof Kranichstein angetreten. Straßenbahn und Omnibus bringen die Wanderer wieder zurück nach Mühltal. Für die schön ausgesuchte Wegstrecke und interessanten Erläuterungen erhielten die Wanderbegleiterinnen Heide Götz und Inge Schneider-Plößer großes Lob der Teilnehmer.

 


 

21. August 2021

 

Mitgliederversammlung und Wandererehrungen

OWK Nieder-Ramstadt blickt auf das Jahr 2020 zurück

 

Corona bedingt fand dieses Jahr die Mitgliederversammlung des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt nicht zu Jahresbeginn, sondern erst im September statt. Die Vorsitzende der Ortsgruppe, Inge Schneider-Plößer, konnte rund ein Drittel der Mitglieder begrüßen. Sodann folgte das Totengedenken für die im Jahr 2020 verstorbenen Mitglieder Hildegard Löbel, Doris Müller, Peter Werner, Gerhard Hinkel und Friedel Kehr. Nach dem abgegebenen Jahresbericht der Vorsitzenden sprach Wanderwart Klaus Frank die durchgeführten Wanderungen an und verwies darauf, dass anstatt der geplanten 29 Aktivitäten lediglich neun Wanderungen durchgeführt werden konnten. Es folgte der Bericht des Rechners, den Harald Zeitz in Vertretung des sich im Urlaub befindlichen Rechners Werner Kringel, vorlas. Tammo Rohlfs und Erwin Feick hatten die Kasse geprüft und bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, so dass anschließend sowohl Rechner als auch der Vorstand einstimmig durch die Versammlung Entlastung erfuhren. Rechner Werner Kringel und Beisitzerin Gisela Feick gaben aus persönlichen Gründen ihre Vorstandsämter auf. Die Vorsitzende dankte den Ausgeschiedenen für ihre geleistete Vorstandsarbeit Aus den Reihen der Mitglieder wurde Elisabeth Hnyk als neue Rechnerin vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Auf die Wahl eines neuen Beisitzers wurde verzichtet, da bereits zwei Beisitzer im Vorstand vertreten sind. Neben dem bisherigen Amtsinhaber Erwin Feick wählte die Versammlung Wilhelm Schulenberg zum Kassenprüfer, so dass der Ortsgruppenvorstand wieder vollständig besetzt ist. Im Anschluss an die Versammlung wurden langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Odenwaldklub geehrt. 25 Jahre: Hildegard Sorg, Irma Scharnke, Liesel und Manfred Jockwig. 30 Jahre: Erika und Erich Schlenker, 50 Jahre: Karin Petry-Lohpens, 60 Jahre: Christa Prutek und 70 Jahre: Hans-Arthur Walter. Die Geehrten erhielten neben einer Urkunde und der Anstecknadel ein Blumenpräsent überreicht. Insgesamt zwanzig Wanderer erreichten die Mindestpunktzahl für eine Wanderauszeichnung, darunter sechs Personen zum ersten mal. Ein Wanderfreund erhielt bereits zum 47. Mal diese Auszeichnung! Rückblickend kann man erkennen, dass der Odenwaldklub viel herumgekommen ist und es viel zu sehen und zu erleben gab. Hoffentlich geht das noch viele Jahre so weiter, denn Wandern liegt bekanntermaßen voll im Trend und gehört zu den angenehmsten Möglichkeiten, etwas für die Gesundheit zu tun!

 


 

05. September 2021

 

Wild, Wald und Wasser

OWK Nieder-Ramstadt wanderte bei Erbach

 

Die Wanderung begann am Erbacher Bahnhof und führte über die Bahnstrasse in den Brudergrund. Hier soll einst ein Einsiedler („Bruder“) gelebt haben, der dem Tal seinen Namen gegeben hat. Am Eingang des Brudergrundes wurde an der Kapellenruine „Not Gottes“ eine kurze Pause eingelegt und Einzelheiten über die geschichtliche Entwicklung dieser ältesten gottesdienstlichen Stätte Erbachs erläutert. Im Mittelalter war hier eine Wallfahrtsstätte. Die Grundmauern der im 15. Jahrhundert verfallenen Kapelle wurden erstmals 1881 freigelegt. 1905 wurde das Kruzifix errichtet und am Himmelfahrtstag der erste Waldgottesdienst gefeiert. Der Wanderweg führte nun am östlichen Hang eines Wildgeheges aufwärts Richtung Roßbach. Dieser Wildpark ist als Naherholungsgebiet der Stadt Erbach angelegt und beherbergt Rotwild, Damwild und Mufflons. Neugierige Blicke begleiteten die Wanderer. Die Tiere sind an Besucher gewöhnt und lassen sich ganz aus der Bähe betrachten. Das sanft plätschernde Wasser des Roßbaches, der durch das Gehege fließt und das Zwitschern der Vögel waren an diesem Sonntagmorgen Balsam für die Seele. Weiter ging es zum ehemaligen Naturdenkmal „Kreuzeiche“ und über einen Verbindungsweg hinab ins Tal des Silberbrünnchens, das am Grenzweg zwischen Michelstadt und Erbach liegt. Das Wasser dieses Brunnens entspringt einer Tümpelquelle, wobei der Quelltopf von unten her mit Wasser gefüllt wird und der Wasseraustritt vollkommen natürlich erfolgt. Der Quelltopf ist lediglich mit einer Lage Sandsteine eingefasst und so gegen Trittschäden und Verunreinigungen geschützt. Vorbei an alten Grenzsteinen aus dem Jahr 1544 mit den Initialen „E“ (für Eberhard) und „G“ (für Georg), zweier Grafenbrüder, die sich die Grafschaft Erbach nutzungsrechtlich geteilt hatten. Auch der jetzt folgende weitere Weg zur Sophienhöhe führte ausschließlich durch Hochwald, was bei den sommerlichen Temperaturen als sehr angenehm empfunden wurde. An der Sophienhöhe wurde das herrliche Panorama zwischen Michelstadt und Erbach genossen. Zu Ehren der Gräfin Anna Sophie zu Erbach-Erbach wurde hier ein kleiner klassizistischer Tempel errichtet. Auch der Aussiedlerhof mit einer mächtigen einzelnstehenden Eiche am Waldrand erinnert an die beliebte Gräfin. Von hier aus ging es durch das Neubaugebiet mit seinen markanten Villen zurück in die Erbacher Altstadt, um wieder mit dem Zug Richtung Mühltal zu fahren. Ein schöner Wandertag war zu Ende. Danke den beiden Wanderführern Brigitte und Harald Zeitz.

 


 

24. Oktober 2021

 

Auf den Spuren von Carl Weyprecht

OWK Nieder-Ramstadt wandert bei Bad König

 

So hieß es im Wanderplan und in den örtlichen Aushangkästen. Der Carl-Weyprecht-Weg ist mit dem Prädikat „Qualitätsweg Wanderbarer Odenwald“ ausgezeichnet und durchgehend mit der weißen Markierung „BK 2“ markiert. Das war die Theorie. Die Praxis jedoch sah anders aus, der Weg ist aufgelassen, die Markierung getilgt und auf der Wanderkarte nicht mehr eingezeichnet. Er hat das gleiche Schicksal erlitten wie der „Mühlenweg“ in Mühltal. Von heute auf morgen verschwunden, ohne jeglichen Hinweis. Doch Renate und Tammo Rohlfs, die Wanderführer des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt wussten sich zu helfen. Kurzerhand wählten sie eine Wanderung „Rund um Fürstengrund“ als Alternativstrecke. Ausgangspunkt für diese Tour  ist der Bahnhof in Bad König. Vorbei an der Odenwaldtherme folgen wir der Markierung „S 1“ in nördlicher Richtung. Durch Wiesen und Felder führt der Weg zügig bergan. Bei strahlend blauem Himmel und ungewöhnlicher Kälte erreichen wir nach 1 ½ Stunde die Karl-Schäfer-Schutzhütte; hier befindet sich ein schöner Rastplatz zum Einnehmen der Rucksackverpflegung. Wir genießen ein traumhaftes Landschaftspanorama von der Mossauer Höhe bis hin zur Böllsteiner Höhe, dazwischen fällt der Blick auf den Ortsteil Fürstengrund und die Kurstadt Bad König. Ein schmaler Wanderpfad bringt nun die 23 Wanderer im großen Bogen zur Wörther Straße und auf wiederum aussichtsreichem Weg mit Blick in das Kimbachtal und zum großen Schornstein bei den Drei-Mühlen hinab nach Bad König. Bei den ersten Häusern geht es nochmal kurz bergauf zum örtlichen Friedhof. Hier hat der am 29.5.1881 gestorbene Polarforscher Carl Weyprecht in einem Ehrengrab seine letzte Ruhe gefunden. Ein kleiner Weg entlang des Kimbaches bringt die Wanderer nun zum Bad Königer Schloss in die Innenstadt. Von hier aus ist es dann nicht mehr weit zur urigen Gaststätte „Pferdestall“, wo ein herrlicher Wandertag bei Odenwälder Spezialitäten seinen Abschluss findet, bevor die Heimfahrt mit dem Zug angetreten wird. Danke an Petrus und die Wanderführer, die uns zu einem herrlichen Tag verholfen haben.

 


 

09. November 2021

 

Wo einst wilde Leute hausten

OWK Nieder-Ramstadt wanderte zum Wildfrauhaus

 

Die November-Tour des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt führte 26 Wanderer nach Lützelbach am Fuß der Neunkircher Höhe. Dieser Ort ist einer von 11 Ortsteilen der Gemeinde Modautal. Dort findet sich das Naturdenkmal „Wildfrauhaus“, eine sagenumwobene wildromantische Felsgruppe, die 2020 als GEOTOP des Jahres ausgezeichnet wurde. Leider musste die für damals geplante Wanderung coronabedingt ausfallen. Es handelt sich hier um eine Gruppe hochaufgetürmter Felsen, die einsam im Wald liegen, so dass man schon verstehen kann, wieso sie als „Haus“ bezeichnet werden. Selbstverständlich rankt sich auch eine Sage um diese Steinformation. Hier wohnten einst zwei wilde Menschen, ein Mann und eine Frau, die viele Leute kuriert haben sollen. Als einmal der Mann gefangen  genommen wurde, rief ihm sein Weib nach: „Sag alles, nur nicht, wozu die wilden Selben gut sind“. Als wilde Selbe wurde der Salbei, eine wichtige Heilpflanze, bezeichnet. Diese „wilden Leute“, egal ob Frau oder Mann, eigneten sich sehr häufig ein fundiertes Wissen über Heilkräuter an, was sie zu begehrten Kräuterfrauen machte. Derart verwunschene Orte mitten im Wald regten die Phantasien der Besucher an. So ist es kein Wunder, dass es allein im Odenwald zwölf Orte gibt, die mit „wilden Weibern“ in Verbindung stehen und von diversen Sagen umrankt sind. Bei Laudenau zwischen Rodenstein und der Freiheit sind sie ebenso zu finden wie auch auf der Tromm. Die wilde Frau bei Lützelbach soll ihren Keller unter einem gewaltigen Granitblock gehabt haben, der 1917 durch den Odenwaldklub mit einer Inschrift zum 25-jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs versehen wurde und seitdem als „Ernst-Ludwig-Felsen“ bezeichnet wird. Nach einem von Jakob Maul aus Klein-Bieberau verfassten Gedicht über das Wildfrauhaus, das im Dezember 1949 in der OWK-Zeitschrift „Unter der Dorflinde“ veröffentlicht und von Harald Zeitz vorgetragen wurde, schloss sich eine zweistündige Wanderung rund um die geheimnisvollen Felsgebilde an. Alle Wanderer genossen einen wunderschönen Herbsttag und dankten der Wanderführung für dieses, ihnen bisher weitgehend unbekannte Wanderziel. Das Lützelbacher  Wildfrauhaus entstand durch eine Wollsackverwitterung, bei der sich abgerundete Granitsteinblöcke bildeten. Einzelheiten sind der dort stehenden Geotop-Schautafel zu entnehmen. Also nichts wie hin!

 


 

21. November 2021

 

Wanderung in die Vergangenheit

OWK Nieder-Ramstadt wandert wie vor 70 Jahren

 

Die meteorologischen Bedingungen waren wie 1951: es war trübe und bedeckt, zudem begann es zum Ende der Wanderung hin leicht zu regnen. Ungeachtet der Wetterbedingungen trafen sich 22 Wanderer, davon zwei im Look der 1950er Jahre in Knickerbocker und Tiroler Hut sowie Kostümrock und Handtasche zur Wanderung in die Vergangenheit. Nach der Begrüßung erfolgte eine informative Einstimmung auf die Gegebenheiten des Jahres 1951. Entsprechend der Angaben im Wanderbericht vom 18.11.1951 wurde über die Bachgasse zum damaligen Ausgangspunkt der Wanderung, der Anstaltsmühle, gewandert. Das Ende des Mühlenbetriebes dieser Mühle erfolgte durch einen Großbrand im Jahre 1973. Das Anwesen wurde daraufhin abgerissen; derzeit entstehen hier in den „Mühlengärten“ neue Einfamilienhäuser. Der historischen Route folgend, führte der Weg zur Nieder-Beerbacher Straße, vorbei am Feuerwehrgerätehaus, durch die

B 426-Unterführung, am Sonnenhof vorbei bis zur Peter-Jährling-Schutzhütte am Boschel. All diese Bauwerke waren im Jahr 1951 noch nicht vorhanden. Der Sonnenhof der NRD wurde erst 1973 gebaut und die OWK-Schutzhütte von den Mitgliedern der Ortsgruppe 1972 errichtet. Ausgestattet mit wissenswerten Fakten aus damaliger Zeit verlief der weitere Weg bergauf zur Anhöhe zwischen Gickelsberg und Kirschberg oberhalb von Waschenbach und zum dortigen Friedhof.  Aufgrund der nicht mehr vorhandenen Wanderwege aus dem Jahr 1951 ging es nun durch den der Gemeinde Nieder-Ramstadt angegliederten Ortsteil Waschenbach zum ehemaligen Steinbruch in der Geberstadt. Anhand privater Zeitzeugendokumente erhielten die Wanderer einen interessanten Einblick zur Industriegeschichte des Steinbruchs. Weiter bergauf am sogenannten „ Vogelbrünnchen“ vorbei gelangte die Wandergruppe anschließend  zu den beiden Windenergieanlagen am Silberberg. Diese Bauwerke der Neuzeit, von denen heute niemand abzuschätzen vermag, ob sie in sieben Jahrzehnten noch bestehen werden, wurden vorgestellt und in Augenschein genommen. Zurück nach Nieder-Ramstadt gelangte die Gruppe über gut ausgebaute breite Feldwege, welche nicht mit denen aus dem Jahr 1951 vergleichbar gewesen sein dürften. Auch beim Thema Leistungsvermögen der damaligen Mitwanderer fällt eine größere Kondition ins Auge: für ein paar „Unentwegte“ wurde seinerzeit ein kleiner Abstecher über den Finsterhöllenberg zum nördlichen Lohberg gewandert, wogegen die restlichen Wanderer über die Schmallert nach Hause „krochen“. 1951 gab es keine Corona-Pandemie und keine Beschränkungen. Die damalige Schlussrast im Café Angermann in der Friedrichstraße 25, das heute nicht mehr existiert, bildete für einen Teil der Gruppe den sonntäglichen Abschluss der Wanderung, während andere den heimischen Kaffeetisch bevorzugten. Inge Schneider-Plößer sprach den Dank an den Wanderführer Klaus Frank aus, der viel Recherchearbeit getrieben hat und gekonnt Vergangenheit und Gegenwart miteinander verglich.

 


 

04. Dezember 2021 

 

Mein Freund, der Baum

OWK Nieder-Ramstadt unternimmt Waldbegehung mit dem Förster

 

Fast 30 Wanderer des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt trafen sich zum Waldrundgang an der Revierförsterei Emmelinenhütte, wo sie von Förster Rudi Schilling begrüßt wurden. Er berichtete zunächst über das Forsthaus, das einst von Großherzogin Wilhelmine Louise für eine Holzmacherfamilie erbaut wurde. Seit 35 Jahren betreut er die heutige Revierförsterei Mühltal. Er ist der Förster, der hier bisher am längsten residiert, sein Revier in-  und auswendig kennt und viele Höhen und Tiefen erlebt hat. Als Förster steht er immer in der Kritik, da die Bevölkerung nicht wahrnehmen will, dass er nicht von heute auf morgen, sondern auf Jahrzehnte in die Zukunft planen muss. Er wird jedoch nicht müde zu erklären und zu überzeugen, dass der Wald neben der Erholungsfunktion schließlich auch eine Nutzfunktion hat. Der Rundgang führte über den Papiermüllerweg und Ludwigsweg rund um den Bordenberg zum Waltersteich und über den Weinweg zurück zum Forsthaus. An besonders ausgesuchten Stellen berichtete der Förster über das „Durchforsten“ und „ Verjüngen“ der Bäume zur Erhaltung und Pflege des Waldes und zu seiner Bewirtschaftung. Vielfach seien die Auslichtungen des Waldes durch Windbruch und Stürme, jedoch nicht durch „wildes“ Baumfällen entstanden. Auch die extreme Trockenheit der letzten Jahre setzte überwiegend der Buche zu, indem die Baumkrone unkontrolliert abgebrochen ist und vom Forst steuernd eingegriffen werden musste, um Waldbesucher zu schützen. Zweimal jährlich wird im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht die Standfestigkeit der Bäume überprüft und dokumentiert. Besonders sogenannte „Orte des Verweilens“, wie Ruhebänke, Schutzhütten, Brunnenanlagen und Waldrandbebauung seien hier ins Blickfeld zu nehmen. Um den Wald widerstandsfähiger zu machen, setze man in Zukunft vermehrt auf die Anpflanzung anderer Baumarten, wie Linden, Douglasien und Robinien. Man darf aber auch die Selbstheilungskräfte der Natur nicht unterschätzen! Bei all seinen Ausführungen wurde deutlich, dass Rudi Schilling Förster aus Leidenschaft ist und seine Arbeit nicht als Beruf, sondern als Berufung ansieht. Wieder an der Emmelinenhütte angekommen, dankten die Wanderer dem Förster für die verständliche Darstellung seines Arbeitsbereiches sowie die Zusage, auch im wohlverdienten Ruhestand auf Wunsch eine Waldbegehung vorzunehmen. Gleichzeitig gedankt wurde auch Robert Nordmann für die Vorbereitungen des Rundganges sowie seiner Frau Anni, die die Wanderfreunde mit einer „Unterwegsverpflegungsstation“ überrascht hat. „Mein Freund, der Baum, ist tot“, sang Alexandra einst 1968, aber noch heute haben wir viele stattliche Bäume in unseren Wäldern stehen!





 

Jahresrückblick 2020

 

19. Januar 2020

 

Alte Grenzsteine und komische Kunst

OWK Nieder-Ramstadt wandert im Frankfurter Stadtwald

 

Ausgehend von der Straßenbahnhaltestelle „Oberforsthaus“ starteten 32 Wanderer des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs eine Tour auf dem Schäfersteinpfad im Frankfurter Stadtwald. Dieser Pfad markiert die historische Grenze zwischen der Stadt Frankfurt und dem Weideland des Deutschen Ordens. Beide stritten im späten Mittelalter um das Waldstück „Holzecke“, welches später Frankfurt zugesprochen wurde. Heute können noch ca. 50 der alten Grenzsteine, die auf der einen Seite das Kreuz des Ritterordens und auf der anderen Seite ein gotisches spiegelverkehrtes „f“ für Frankfurt zeigen, bestaunt werden. Vorbei am Gelände des Frankfurter Wäldchestags folgten die Wanderer den Grenzsteinen bis zum Tiroler Weiher auf Sachsenhäuser Gemarkung. Er wurde Ende der 1950er Jahre künstlich angelegt, um den Grundwasserspiegel im Stadtwald zu regulieren. Hier war wieder einmal die „Komische Kunst im Frankfurter Grüngürtel“ zu sehen: drei Exemplare des Grüngürtel-Tieres konnten bestaunt werden. Eines thront vergoldet auf einer 4 m hohen nachempfundenen römischen Jupitersäule und zwei weitere säumen als Sandsteinfiguren in Tiroler Tracht den Treppenaufgang am Teichufer. Sie stellen eine Anspielung auf den dort im 19. Jahrhundert befindlichen Schießstand  bayerischer Truppen, in Frankfurt umgangssprachlich als „Tiroler“ bezeichnet, dar. Nach einer kurzen Vesperpause ging es weiter bis zur S-Bahnstation Neu-Isenburg. Hier wurde der Schäfersteinpfad verlassen und der Markierung „rotes Quadrat“ gefolgt, die vorbei am Stadt-Wald-Haus und der Grüngürtel-Schule des Forstamtes zur Haltestelle „Oberschweinstiege“ führt. Mit der Straßenbahn gelangten die Wanderer in den Stadtteil Louisa zur Schlusseinkehr in die Äppelwoigaststätte „Buchscheer“. Gut gestärkt ging es dann mit Bahn und Bus wieder zurück nach Mühltal, wo dem Wanderführerehepaar Inge und Wilfried Plößer der Dank der Wanderer ausgesprochen wurde.

 


 

28. Januar 2020

 

Backe, backe Kuchen …

OWK Nieder-Ramstadt besichtigt die Bäckerei Schellhaas

 

Nur wenige Personen haben eine professionelle Backstube schon von innen gesehen, geschweige denn beim Backen mitgewirkt. So kamen sich 21 Mitglieder des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs vor wie in der „Weihnachtsbäckerei“. Bäckermeister Georg Schellhaas begrüßte die Teilnehmer und jeder erhielt eine Schürze und ein Käppi, das mit dem eigenen Namen beschriftet wurde. Eine kurze theoretische Einführung über das Backen mit mehr Nachhaltigkeit folgte und dann ging es ab in die Backstube, wo man beim Rühren des Teiges zusehen konnte. Danach wurde das Lager besichtigt und das Backen mit den Teilnehmern begann. Teig wurde geknetet, Brezeln geflochten und Brötchen mit Körnern verziert, bevor alles in den Ofen kam. Nach erfolgter Arbeit begann dann das gemeinsame Kaffeestündchen, bei dem jeder die selbst hergestellten Backwaren genießen durfte. Es war für alle Teilnehmer ein interessanter und schöner Nachmittag und der Besuch in Groß-Bieberau wird wohl lange in Erinnerung bleiben. Für das große Engagement bei der Vorstellung ihrer täglichen Arbeit und die aufgebrachte Geduld bedankten sich die Teilnehmer herzlich bei Familie Schellhaas. Auch die Initiatoren dieser Besichtigung, Dagmar Kringel und Gisela Feick, erhielten tosenden Beifall. 

 


 

02. Februar 2020 

 

Von Hütte zu Hütte

Winterwanderung im Groß-Umstädter Wald

 

Zwanzig Wanderfreunde des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs beteiligten sich an der traditionellen Winterwanderung von Hütte zu Hütte bei Groß-Umstadt. Nach der Anreise mit der Bahn nach Wiebelsbach und der anschließenden Busfahrt nach Heubach gelangten sie in die „schönste Sackgasse des Landkreises Darmstadt-Dieburg“, wie der frühere Landrat Hans-Joachim Klein einst formulierte. Hier im Wald warteten fleißige Helfer der beiden OWK-Ortsgruppen Groß-Umstadt und Heubach in vier Waldarbeiterhütten auf einer 11 km langen Strecke auf die Besucher. Alle Hütten waren an diesem Tag bewirtschaftet und boten den Wanderern diverse Speisen und Getränke an. Nach steilem Anstieg bei stetigem Regen wurde als erste Hütte das „Hexenhäuschen“ am Hexentanzplatz auf dem Wingertsberg in 370 m Höhe  erreicht. Die ehemalige Jagdhütte wurde von einem Hobbymaler mit Motiven aus dem Märchen Hänsel und Gretel bemalt und gilt seitdem als beliebtes Wanderziel. Die zweite Pause wurde am Rödelshäuschen eingelegt. Leider war die von uns favorisierte Kartoffelsuppe noch nicht fertig – aber auch Rindswurst mit Brötchen und Schmalzbrot haben gemundet. Auf dem Höhenweg gings dann weiter zur Hütte am Dorndieler Pflanzgarten. Alle wunderten sich über die große Anzahl Wanderer, die trotz des miesen Wetters den Wald bevölkerten. Allein wären sie sicher nicht gewandert! Die letzte Hütte, die angelaufen wurde, liegt ganz idyllisch an einem kleinen Waldteich, nämlich die Eidmannshütte. Auf dem Weg dorthin wurde es deutlich ruhiger, was darauf schließen lässt, dass nicht alle Wanderer die komplette Runde gelaufen sind, sondern unterwegs schon abgekürzt haben. Hier erfolgte das letzte Stempeln bzw. Einstanzen auf der Teilnehmerkarte. Wer alle vier Hütten angelaufen hatte, erhielt jetzt zur Belohnung etwas Süßes oder ein geistvolles Getränk vom Veranstalter. Durch den Hellergrund führte der Weg wieder nach Heubach zurück und von dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln heim nach Nieder-Ramstadt. Der Regen und die größtenteils sehr schlammigen Wege konnten die gute Stimmung der Teilnehmer jedoch nicht trüben. Aufrichtiger Dank war den Wanderführerinnen Heide Götz und Annemirl Becker gewiss.

 


 

18. Juli 2020

 

www – wir wandern wieder

OWK Nieder-Ramstadt beendet Wanderpause

 

In der derzeitigen Situation ist alles anders. Seit März dieses Jahres war das Wandern in Gruppen nicht möglich. Lediglich Alleinwandern oder Wandern zu zweit war angesagt und es war auffallend, dass sichtbar mehr Wanderer als früher unterwegs waren. Den Leuten ist scheinbar wieder bewusst geworden, wofür sie ihre Füße und Beine haben! Da jedoch weiterhin Fahrgemeinschaften und Anfahrten mit dem ÖPNV nicht stattfinden sollen, hat der OWK Nieder-Ramstadt für die Zeit ab August einen veränderten Wanderplan aufgestellt und favorisiert Wanderungen in der näheren Umgebung. Einige Vorgaben sind jedoch auch jetzt dringend zu beachten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, muss unbedingt eine vorherige Anmeldung erfolgen. Auch die Hygienevorschriften und Abstandsregeln sind weiterhin einzuhalten und ein Selbstauskunftsbogen ist vorab auszufüllen. Nähere Informationen zu den geänderten Wanderzielen sind bei der OWK-Vorsitzenden Inge Schneider-Plößer, (Tel. 06151 913509) zu erfragen. Doch auch in der „ wanderfreien Zeit“ waren die OWK-Mitglieder nicht untätig. So wurden von einigen Helfern Ausbesserungsarbeiten an der klubeigenen Schutzhütte vorgenommen. Auch die für März geplant gewesene Wandererehrung wurde dieses Jahr in einem anderen Rahmen durchgeführt. Auf der „grünen Wiese“ erhielten im Juli 22 Mitglieder bei großem Abstand ihre Wandernadel für fleißiges Mitwandern von Wanderwart Klaus Frank ausgehändigt. Für langjährige Mitgliedschaft wurden Karin Hübner (25 Jahre) und Harald Zeitz (30 Jahre) ausgezeichnet und mit einer Urkunde und einem Präsent geehrt. Was wäre ein Wanderklub ohne Wanderführer? So bekamen 23 Wanderführer des vergangenen Jahres ebenso ein „Dankeschön“ überreicht wie auch die Helfer, die mit den Ausbesserungsarbeiten an der Peter-Jährling-Ruhe befasst waren. Musikalisch umrahmt wurde der Ehrungsnachmittag von vier Alphornbläsern mit ihren eindrucksvollen Klängen. Manch ein Spaziergänger im Griesbachtal blieb überrascht stehen, um den in dieser Gegend ungewohnten Tönen zu lauschen!. Allen Helfern und Beteiligten, die für den reibungslosen Ablauf des Festes sorgten, sei nochmals herzlich gedankt.

 


 

09. August 2020

 

Besonderheiten am Wanderweg

OWK Nieder-Ramstadt wieder unterwegs

 

Nach fünfmonatiger Coronapause hatte der Odenwaldklub Nieder-Ramstadt wieder zu einer Wanderung eingeladen.Wegen der noch geltenden Hygieneregeln und einer Teilnehmerbeschränkung wurde in zwei Gruppen mit jeweils fünfminütigen Abstand gewandert und dabei auf Besonderheiten links und rechts des Weges geachtet. Erster Anlaufpunkt war die auf einer Anhöhe am Bordenberg liegende Gedenkstätte für Dr. h. c. Gustav Hickler, nach dem auch der „Hickler-Buckel“ bei Eberstadt benannt ist. Weiter ging‘s dann auf dem Papiermüllerweg zum Anwesen der Trautheimer Künstlerin Wilma Wagner, deren Garagenwand mit diversen Kunstwerken verziert ist. Besonders aufgefallen ist das dort angebrachte rote Christuskreuz, auf dem in Stacheldraht gewickelte Hände nach dem gelb bemalten Mittelpunkt des Kreuzes greifen. Nach Überqueren der B 449 führte der Weg quer durch den Wald zum Viermärker-Grenzstein nahe der Eisenbahnbrücke. Dieser Granitfindling erinnert an die früher selbständigen Gemeinden Bessungen, Nieder-Ramstadt, Traisa und Ober-Ramstadt. Gleich nebenan wurde dann in der Waldgaststätte „Zum grünen Baum“ am Traisaer Hüttchen Mittagsrast mit Verpflegung aus dem Rucksack gehalten. Anschließend ging’s dann Richtung Ober-Ramstadt und zum nur wenigen Teilnehmern  bekannten  Waldgrab des Försters Wilhelm Hoffmann. Er leitete um die Jahrhundertwende (19./20. Jhdt.) das Forsthaus „Eiserne Hand“ und  ließ erstmals die in Amerika beheimateten Douglasien im Traisaer Wald anpflanzen. Die Herkunft des Namens „Eiserne Hand“ geht wohl auf einen alten eisernen Wegweiser in Form einer ausgestreckten Hand zurück, der bis in die 1960er Jahre hier stand. In einer alten Broschüre des Verkehrsvereins Traisa wird vermutet, dass hier früher ein Köhler und Schmied ansässig gewesen sein soll, der einst Götz von Berlichingen die künstliche Hand repariert habe. Nächstes Ziel war der im Januar 2012 eingeweihte Naturfriedhof Mühltal, der sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Die Ortschaft Traisa bestand ursprünglich aus drei Teilen: Nd,-Traisa, Mittel-Traisa und Ober-Traisa. Die Spuren von Mittel-Traisa verlieren sich im Mittelalter während Ober-Traisa im 30-jährigen Krieg untergegangen ist. Aus den Ruinen des alten Ober-Traisaer Hofes wurde später der Dippelshof aufgebaut. Alte Grenzsteine mit den Initialen „OT“ befinden sich noch am Ende des Golfplatzgeländes bzw, Naturfriedhofs an der nordöstlichen Gemarkungsgrenze Traisas. Lediglich das damalige Nieder-Traisa, unser heutiger Ortsteil Traisa, ist von den drei „Traisen“ übrig geblieben. Der Rückweg nach Nieder-Ramstadt führte dann Richtung Birkenberg, durch das idyllische Mittelbachtal und entlang der Modau zum Schlossgartenplatz. Manche Teilnehmer haben bei dieser Wanderung einzelne Wanderabschnitte neu entdeckt und dankten Brigitte und Harald Zeitz für die Erläuterungen entlang der Strecke.  

 


 

06. September 2020

 

Hüttentour durch Wald und Flur

OWK Nieder-Ramstadt wanderte zu vier Schutzhütten

 

Es muss nicht immer gleich der Jakobsweg sein, um das Wandern für sich zu entdecken. Auch in der Heimat laden viele Wege zum Entschleunigen ein. Eine vierzehn km lange Wanderung mit wechselnden Untergründen, von weichem Waldboden über befestigte Wege bis hin zu Schotterpfaden oder gar weglos quer durch den Wald startet am Schlossgartenplatz in Nieder-Ramstadt. Über den Pfaffenberg, vorbei am Steinbruch und durch Trautheim führte der Weg zum ersten Zielpunkt, dem Traisaer Hüttchen, wo bereits zwei weitere Mitwanderer die Gruppe erwarteten. Hier findet jedes Jahr am 1. Mai das Waldfest der Sängervereinigung Traisa statt. Auf ebenem Weg ging es dann weiter zum etwas abseits gelegenen Paul-Trinkglas-Tempel. Nach dem Gedicht auf einem Ölbild soll nach einem Grenzgang der alte Paul, ein wackerer Zecher, sein in Weinesübermut geleertes Glas an einen Baum geworfen haben. Dem hinzukommenden Landesfürsten gefiel des Alten Übermut, so dass er den Baum „des Paulen Trinkglas“ nannte. Vorbei am Fuße des Dommersberges folgten die Wanderer einem schmalen Pfad bis zum idyllischen Kirchbergteich, dessen Restwasser total mit Wasserlinsen bedeckt ist.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann weiter kreuz und quer durch den Wald bergan. Manch einer betonte, nicht mehr zu wissen, wo er eigentlich sei. Plötzlich standen die Wanderer vor dem Lindenbergtempel im Trautheimer Wald. Bis 1933 trafen sich hier alljährlich die Mitglieder der Freimaurerloge „Carl zur Linde“ aus Frankfurt zu ihrer Jahresfeier. Ab den 1970er Jahren feierten die Nieder-Ramstädter Jungsozialisten um den Tempel herum jeweils am Himmelfahrtstag ihr Waldfest. Entspannt wurde die Wanderung fortgesetzt und an einer versteckt liegenden Felsengruppe eine weitere Pause eingelegt, bevor der Weg nun bergab Richtung Papiermühle führte. Dann jedoch folgte ein etwas längerer und zum Schluss recht steiler Aufstieg zum Gipfelkreuz auf die 270 m hohen Kohlberge. Ein relativ niedriger Berg war für manch einen jedoch fast so hoch wie die Zugspitze! Ein kleiner Gipfelschluck machte jedoch die Anstrengungen bald vergessen. Ganz locker wurde dann die Wanderung zur Peter-Jährling-Schutzhütte fortgesetzt, wo der Blick auf Nieder-Ramstadt und Trautheim genossen wurde. Hier ging eine rundum schöne Wanderung mit genügend Auf- und Abstiegen zu Ende. Danke an die beiden Wanderführer Inge und Wilfried Plößer.

 


 

29. September 2020

 

Ab durch die Hölle

OWK Nieder-Ramstadt wandert durch Wald und Flur

 

Auch trübe Herbsttage locken noch einmal hinaus in die Natur. So trafen sich 18 unerschrockene Wanderer am Schlossgartenplatz zur nachmittäglichen Tour durch die Hölle. Der Weg führte zunächst die Münstergasse hinauf, über den Schleifweg hinunter und durchs Griesbachtal, einen der wohl meistbenutzten Feld- und Wiesenwege unserer Umgebung. Nach der Tunnelunterquerung war ein steiler Anstieg bis auf die Höhe der verlängerten Kreuzstraße an der Hollert zu bewältigen. Der Einstieg in die Hölle war nun erreicht. Ängstliche Gemüter wurden von der Wanderführung nochmals beruhigt, denn die „Finstere Hölle“ ist eine östlich von Nieder-Ramstadt liegende Gemarkungsbezeichnung, die sich zwischen Lohberg, Waldmühle und Waldhof hinzieht. Hans Rauch hat in der Nieder-Ramstädter Chronik von 1988 den Begriff folgendermaßen erläutert: Finster bedeutet „Tannenwald“ und Hölle „Hohlweg“. Aufmerksame Wanderer haben sicher schon gemerkt, dass sich in dem hier vorhandenen Lössboden viele Hohlwege ausgebildet haben. Nach kurzer Stärkung ging es nun durch die Hölle hinab zur heilpädagogischen Einrichtung „Waldhof“ und weiter zur B 426. Hier wurde neben einem Rastplatz der zur Erinnerung an den Bau der Ober-Ramstädter Umgehungsstraße (1988 – 2001) aufgestellte Gedenkstein, ein Granitfindling mit Bronzeplatte, bewundert. Diesen nahmen die meisten Mitwanderer heute sicherlich zum ersten Mal wahr. Parallel zur Bundesstraße führt der Weg jetzt eben Richtung Nieder-Ramstadt. Doch bald folgt erneut ein Aufstieg auf die „Höhe 285“. Von da an ging es nur noch bergab und nach drei Stunden war der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht. Inge und Wilfried Plößer ist es abermals gelungen, ihren Wanderfreunden ein Stück Heimatkunde zu vermitteln. Dafür herzlichen Dank von allen!

 






Jahresrückblick 2019

 

Jugendwanderweg „Durch das Modautal“

OWK Nieder-Ramstadt stellt virtuellen Wanderweg vor

 

Auch im Jahr 2019 will der Odenwaldklub Nieder-Ramstadt über seine Aktivitäten berichten und dabei Vorschläge für eigenständige Wanderungen unterbreiten. Heute etwas Besonderes: Ein für die Jugend konzipierter Wanderweg ohne Wanderzeichenmarkierung! Der Weg führt durch die drei Kommunen Modautal, Mühltal und Ober-Ramstadt und wird als Jugendwanderweg „Durch das Modautal“ bezeichnet. Sowohl am Kreisjugendheim in Ernsthofen als auch an der Hohen Straße bei Frankenhausen, am Naturfreundehaus Heidenacker und am Hochwasserrückhaltebecken Ober-Ramstadt stehen rechteckige hellgrüne Info-Tafeln. Hier können alle Wanderer (nicht nur Jugendliche!) den darauf abgebildeten QR-Code auf ihr Smartphone scannen und sich die Wanderstrecke virtuell anzeigen lassen. Die Streckenführung kann auch als gpx-Datei heruntergeladen und mit Hilfe eines Navis  abgelaufen werden. Es muss nicht der gesamte Weg in voller Länge abgewandert werden, sondern es können individuelle Etappen gewählt werden. Der Beginn und das Ende  der Wanderung kann auch an anderen Punkten der Strecke begonnen bzw. beendet werden. Auf dem Rundweg gibt es ebenfalls einiges Interessante zu sehen wie z. B. das Hochwasserrückhaltebecken in Ober-Ramstadt, prachtvolle Ausblicke auf die Höhen des Odenwaldes und Taunus, die Frankfurter Skyline sowie die einzelnen Stationen des Waldthemenpfades am Breitenstein. Sogar auf eine Einkehr mit zünftiger Vesper im Naturfreundehaus Ober-Ramstadt (mittwochs geschlossen!) dürfen sich die Wanderer freuen. Der Gesamtweg beträgt 14,7 km und führt von Ernsthofen nach Neutsch, weiter nach Frankenhausen auf die Hohe Strasse, über den Waldthemenpfad zum Naturfreundehaus, hinunter zum Hochwasserrückhaltebecken und über Nieder- und Ober-Modau zurück zum Ausgangspunkt . Wer seinem Navi oder Smartphone nicht traut, kann bei der OWK-Ortsgruppe Nieder-Ramstadt eine genaue Wegebeschreibung auf Papier anfordern. Also: Runter vom Sofa – hinaus in die Natur! Wandern liegt voll im Trend und gehört zu den angenehmsten Möglichkeiten, etwas für die Gesundheit zu tun. Man bewegt sich in der freien Natur, entspannt sich in der frischen Luft, entdeckt Schritt für Schritt schöne Landschaften und steigert seine körperliche Leistungsfähigkeit.

 


 

12. Februar 2019

 

Zeitreise in die Vergangenheit

OWK Nieder-Ramstadt besichtigt Museum Reinheim

 

Wie eine Zeitreise in die Vergangenheit empfanden 26 Personen den Besuch des Heimatmuseums in Reinheim. Die Bedeutung und der Erhalt von Brauchtum und Kulturgeschichte werden von den Mitgliedern des Odenwaldklubs seit jeher gepflegt, um die Geschichte und das Leben der Menschen in früheren Zeiten für die Nachwelt zu dokumentieren. Seit 1911 leisteten sich die Einwohner Reinheims ein eigenes Haus für das Erinnern, um für die Nachwelt gesammelte „Altertümer“ aufzubewahren und auszustellen. Nach Betreten des Hauses befindet sich der Besucher in einer Küche, wie sie um 1900 üblich war. Die gute Stube, die nur an Sonn- und Feiertagen benutzt wurde, strahlt mit ihrem schönen Ofen, einer wuchtigen Truhe und der alten Standuhr Behaglichkeit aus. Die anschließende Schlafstube mit Himmelbett, Strohsack und altem Eichenschrank weckten Erinnerungen an Omas Zeiten. Mit der Wohnstube aus den 50-er Jahren und dem Herrenzimmer wurden die Eindrücke aus dem letzten Jahrhundert ergänzt. Der in einem alten Kellergewölbe eingerichtete Luftschutzkeller erinnert an Kriegszeiten und ein „Flüchtlingszimmer“ aus der Nachkriegszeit zeigt den beengten Wohnraum, der für Flüchtlinge und Vertriebene seinerzeit bereitgestellt werden musste. In einem Nebengebäude befindet sich die Waschküche mit Waschkessel, Wannen, Bütten, Waschbrett und Wäschestampfer. Hier ahnt man, welch schwere Arbeit bei hohem Zeitaufwand und großer Mühe am Waschtag von Frauen zu leisten war. Besonderes Interesse bestand auch an der großen Puppensammlung aus aller Welt sowie an der funktionstüchtigen Schmiede mit ledernem Blasebalg. Der Arbeitsraum einer alten Apotheke ist ebenso zu bestaunen wie ein Webraum mit altem Webstuhl. Nach einem kleinen Stadtrundgang besichtigten die Teilnehmer am Bahnhof noch das alte Stellwerk aus dem Jahr 1909. Ein ehemaliger Fahrdienstleiter erläuterte hier die signaltechnischen Anlagen und die Hebel für Weichen, Riegel und Gleissperren. Zum Schluss waren sich alle Teilnehmer einig, einen interessanten Nachmittag verbracht und viele Erinnerungen aus Erzählungen der Eltern und Großeltern sowie aus eigenen Kinder- und Jugendzeiten aufgefrischt zu haben.

 


 

17. Februar 2019

 

Der Frühling ist über dem Land

OWK Nieder-Ramstadt wanderte bei Gräfenhausen

 

14 Wanderer des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs starteten bei ungewöhnlichen Frühlingsbedingungen von 14° Celsius und strahlendem Sonnenschein zu einer Halbtageswanderung um den Steinrodsee bei Gräfenhausen. Der See entstand in den 1930-er Jahren beim Abbau von Kies und Sand für den Bau der damaligen Reichsautobahn Frankfurt – Darmstadt. Schon seinerzeit mußte von der Stadt Weiterstadt dafür eine Ausgleichsfläche geschaffen werden. Heute kann man deshalb gegenüber dem Parkplatz von einem Aussichtspunkt aus nicht nur Kaninchen, sondern auch diverse Vögel wie Neuntöter, Steinschmätzer oder Schwarzkehlchen beobachten. Von hier aus führte auf ebenen Wegen der 7 km lange Rundwanderweg um den 12 ha großen und bis zu 4 m tiefen Steinrodsee herum. Nach Überqueren des Apfelbachs wurde durch Wald und Feld in nördlicher Richtung zur idyllisch gelegenen Hintersten Tagwiese gewandert. Hier befindet sich u.a. ein e Brutstätte des Baumpiepers und in Dämmerungszeiten können auf dem Wiesengelände oft Rehe und Wildschweine angetroffen werden. Der weitere Weg führte dann nach einer kurzen Erfrischungsrast durch abwechslungsreichen Eichen- und Buchenwald zur südlich gelegenen Gänsewiese. Nach Verlassen des Waldes wurde bald das Naturdenkmal „Sanddüne am Apfelbach“ erreicht, wo das seltene Zwerggras sowie das Berg-Sandglöckchen und der Mauerpfeffer wachsen. Durch die Erweiterung des Gebietes und durch Auftrag unbelasteten Tiefensandes konnten die Lebensbedingungen für diese Raritäten gezielt verbessert werden. Längs des Apfelbaches ging die Wanderung wieder zurück zum Steinrodsee. Die durstige und hungrige Wanderschar stärkte sich abschließend in geselliger Runde in der direkt am See gelegenen Fischerhütte. Da das herrliche Wetter viele andere Gäste ebenfalls zur Einkehr lockte, fiel der Aufenthalt länger aus als geplant. Das war jedoch nicht weiter tragisch, da man den schönen Blick über den See genießen und dabei viele einzelne Wasservögel beobachten konnte. Nach Dank an die Wanderführung für diese vorfrühlingshafte Wandertour im Februar wurde wieder die Heimfahrt nach Mühltal angetreten.

 


 

24. März 2019

 

Von Seeheim bis Alsbach

OWK Nieder-Ramstadt wandert bergauf und talein

 

Der Burgensteig bildet eine Kombination zwischen Naturerlebnis, Geschichte und sportlichem Wandern. Heute steht für 22 Wanderfreunde des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs eine weitere Etappe des Steiges auf dem Plan. Vom neuen Rathaus in Seeheim aus führt der Weg durch den alten Ortskern hinauf zum Kreuzbergpark und zum Naturdenkmal „ Fünf-Schwestern-Linde“. Der Legende nach soll an dieser Stelle eine kluge Frau aus Seeheim der Landgräfin von Hessen-Darmstadt geweissagt haben, dass jede ihrer fünf Töchter einst eine Krone tragen werde - und wirklich, diese Prophezeiung ging in Erfüllung. Weiter bergauf durch den Wald wird dann über eine Hängebrücke der Tannenberg erreicht. Reste eines Bergfrieds und einige Mauern zeugen nach Ausgrabungen von der ehemaligen Burg. Belohnt wird der Wanderer hier mit einem einmaligen Ausblick in die tiefer gelegene Rheinebene, zur Frankfurter Skyline, in das hessische Ried sowie nach Rheinhessen und in die Pfalz. Nun führt der Weg hinunter ins Stettbachtal und hoch auf den Heiligenberg. Schloß Heiligenberg ist der Stammsitz des Hauses Battenberg-Mountbatten mit seinen weitreichenden verwandtschaftlichen Beziehungen zu europäischen Königshäusern. Vorbei an der Ruine eines ehemaligen Nonnenklosters und an den Resten der einstigen Zentlinde geht es in den normalerweise für Besucher geschlossenen Kreuzgarten. Hier wird der Wandergruppe durch einen Bediensteten der Stiftung Heiligenberg die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner erläutert. Zum Andenken an die Großherzogin Wilhelmine ließen ihre Kinder hier ein sieben Meter hohes goldenes Kreuz errichten. Nebenan befindet sich das Mausoleum für den Prinzen Alexander von Hessen und seine Gemahlin Julie, Prinzessin von Battenberg, deren Gebeine jedoch später im Freien bestattet wurden. Durch den Ortskern von Jugenheim und zwischen Villen und Gärten geht die Wanderung auf dem Burgensteig weiter und führt schließlich durch den Sperbergrund hoch zum Alsbacher Schloss, das sich unterhalb des Melibokus auf einem 257 m hohen Bergrücken über Alsbach befindet. Heute wird die Schlossruine vom Förderverein Schloss Alsbach unterhalten. Nach einer längeren Rast in der Burgschänke wird dann der Rückweg nach Alsbach angetreten, um mit der Straßenbahn zurück nach Seeheim zu fahren. Mit einem Dankeschön an die Organisatoren Heide Götz und Inge Schneider-Plößer geht eine anstrengende aber erlebnisreiche Wanderung zu Ende.

 


 

14. April 2019

 

Bezirkswandertreffen des Odenwaldklubs in Ober-Ramstadt

Auch OWK Nieder-Ramstadt wanderte mit

 

Im April trafen sich die Wanderfreunde aus dem OWK-Bezirk 2 zu ihrer jährlichen gemeinsamen Bezirkswanderung. Die ausrichtende Ortsgruppe Ober-Ramstadt hatte drei unterschiedlich lange Wanderstrecken vorbereitet. Nach der Begrüßung am Bahnhof durch den örtlichen OWK-Vorsitzenden Hans-Jürgen Becker und den Bezirksvorsitzenden Heiko Schwedler verteilten sich die Teilnehmer aus Weiterstadt, Griesheim, Pfungstadt, Darmstadt, Eberstadt, Nieder-Ramstadt, Ober-Ramstadt, Roßdorf, Ernsthofen und dem Wanderclub Falke auf die drei gebildeten Wandergruppen. Unter dem Motto „Stadtteile der Stadt der Farben“ wanderte eine Gruppe auf dem Main-Stromberg-Weg bzw. dem Waldenser- und Hugenottenpfad nach Wembach-Hahn und über Rohrbach auf der Alten Rohrbächer Chaussee und über den Mühlberg zurück nach Ober-Ramstadt. Die zweite Gruppe mit dem Motto „Ausblicke auf die Stadt der Farben“  begab sich über die Linde zum Hohen Rain und weiter Richtung Waldhof zum Silberberg und zum Naturfreundehaus. Hier genoss man den schönen Ausblick auf das Rückhaltebecken sowie auf die Kernstadt und das Industriegebiet, bevor der Rückweg angetreten wurde. Die dritte Wanderung stand unter dem Motto „Sehenswürdigkeiten der Stadt der Farben“ und entpuppte sich als Stadtrundgang. Neben der Petri-Villa mit Park wurde der Hammermühlenkomplex, das Rathaus mit der Büste von Georg Christoph Lichtenberg, das Schwimmbadgelände und das Gelände des geplanten Neubaus der Feuerwehr und der Polizei besichtigt. Auch das alte Rathaus mit der Otto-Weber-Anlage und der Pfarrer-von-Wachter-Ruhe sowie die neu renovierte evangelische Kirche und die Lichtenberg-Gesamtschule durften nicht fehlen. Mit vielen interessanten Informationen, u.a. zu den geplanten Windrädern, zum Renaturierungsprojekt „Gabelteich“ und zum Modau-Rückhaltebecken wurden die Wanderer unterwegs versorgt. Im Gasthaus „Europa“ trafen sich dann alle Teilnehmer wieder gesund und munter zur gemeinsamen Schlussrast, um in geselliger Runde den Wandertag gemütlich ausklingen zu lassen. Ein großes Dankeschön erging an die OWK-Ortsgruppe Ober-Ramstadt für die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung mit fast 100 Teilnehmern.

 


 

12. Mai 2019

 

Wanderung in eine längst vergangene Zeit

OWK Nieder-Ramstadt auf den Höhen des Überwaldes

 

Bei der heutigen Wanderung begegnen den Wanderern aus Nieder-Ramstadt Ortsnamen wie Straßburg, Schönbrunn und Korsika. Doch die Wanderung führt weder nach Frankreich noch nach Österreich, sondern einfach in den Überwald zu Ortsteilen von Wald-Michelbach. Die Herkunft dieser Siedlungsnamen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es wird jedoch ein Zusammenhang mit dem Rückzug der französischen Truppen Napoleons nach dem verlorenen Russlandfeldzug hergestellt. Ausgehend vom Haus des Gastes in Schönmattenwag führt der Weg durch die kleine Siedlung Frankel und am alten Forsthaus vorbei immer aufwärts bis zur 514 m hoch gelegenen „Struwweligen Buch`“, der Wald-Michelbacher Buche. Hier werden bei einer kurzen Rast Erläuterungen zu den Windrädern am nebenan liegenden Berg „Stillfüssel“ gegeben, bevor es weiter zum Adlerstein, einem der außergewöhnlichsten Flurdenkmäler der Region, geht. Als Dreimärker repräsentiert er die Grenze zwischen Kurpfalz, Kurmainz und der Wald-Michelbacher Cent. Die Bedeutung des Adlersteins liegt darin, dass er die Interimsherrschaft von Karl Theodor von der Pfalz über das „Heilige Reich Deutscher Nation“ dokumentiert. Auf der einen Seite des Steines befindet sich der Doppeladler des alten Reiches mit dem Reichsapfel. Die Buchstaben „GB“ (Großherzogtum Baden) und „GH“ (Großherzogtum Hessen) sind erst später eingemeißelt worden. Vorbei an einer großen Waldwiese wird bald darauf über einen Waldweg der auf einer Hochebene idyllisch gelegene Weiler Schönbrunn erreicht. Hier leben ca. 16 Personen in einem Dorf, das bis heute nicht an das öffentliche Straßennetz angeschlossen ist. Die Zu-, Durch- und Abfahrt zu diesem Weiler wird strengstens kontrolliert und ist nur Anliegern gestattet. Trotzdem befindet sich hier ein Straßenschild, das im weiten Umkreis einmalig sein dürfte und die Wanderer zum Schmunzeln anregt: es wird offiziell vor den die Straße kreuzenden Hühnern gewarnt! Die Hoffnung der Bewohner, dass die für den Bau der Windräder am Stillfüssel errichtete Zufahrtsstraße genutzt werden könnte und das strikte Fahrverbot nach Schönbrunn aufgehoben würde, hat sich jedoch nicht erfüllt. So gelangen weiterhin die Besucher der sehr zu empfehlenden  Wandergaststätte nur per pedes an ihr Ziel. Diese mitten im Wald gelegene kleine Ansiedlung ist ein Überbleibsel aus der Zeit, wo die Einwohner sich vor den marodierenden Soldaten des Mittelalters verstecken mussten. Der Rückweg erfolgt dann über einen steil absteigenden Serpentinenpfad hinab nach Korsika und von dort durchs Ulfenbachtal zum Ausgangspunkt „Schimmeldewog“. Wilhelm Schulenberg hat es als Wanderführer verstanden, den Nieder-Ramstädtern einige Merkwürdigkeiten des Odenwaldes zu zeigen. Dafür wurde ihm vielmals gedankt.

 


 

14. Mai 2019

 

Tag des Wanderns

OWK Nieder-Ramstadt beteiligt sich an bundesweiter Aktion

 

Der frühere Bundespräsident Theodor Heuss hat es nicht nur gewusst, sondern auch ausgesprochen: „Der Sinn des Wanderns ist, unterwegs zu sein“. Egal wohin und wie weit. Wandern macht frisch und froh, munter und aktiv, denn wer wandert, braucht keine Reaktivierungsdragees. Raus in die Natur hat noch keinem geschadet. Es zeigt sich immer wieder, dass Wandern auch für Einheimische eine Bereicherung zum Kennenlernen der näheren Heimat sein kann. 15 Personen wanderten mit dem Odenwaldklub Nieder-Ramstadt am bundesweiten Tag des Wanderns in der heimischen Umgebung. Die Tour führte zunächst zum Mathildentempel, zum Ludwigsbrunnen und zum Waltersteich. Hier wurde auch der etwas versteckt liegende Lindenbergbrunnen aufgesucht, bevor es weiter zum Waldaltar der Marienschwestern und zum Melitabrunnen am Südhang des Prinzenberges ging. Hier beginnt das wunderschön gelegene Hetterbachtal, eines der schönsten Naturtäler unserer Gegend, dessen Landschaftsbild durch steten Wechsel von Äckern und Gärten, Wiesen und Teichen, Obstbaumgrundstücken und Brachflächen geprägt ist. Inmitten der Streuobstwiesen erfreuten sich die Wanderer am Ruf des Kuckucks, der erstmals in diesem Jahr zu hören war. Heide Götz, die zusammen mit Inge Schneider-Plößer diese Frühlingswanderung zum Tag des Wanderns vorbereitet hatte, erläuterte den Teilnehmern unterwegs viel Wissenswertes über die heimische Natur und die Geschichte der am Wegrand angelaufenen Punkte. Am Eberstädter Marktplatz wurde Mittagsrast gehalten, bevor die Wanderer zurück nach Mühltal liefen und den beiden Wanderbegleiterinnen herzlichst dankten.

 


 

02. Juni 2019 

 

Wenn alle Brünnlein fließen

OWK Nieder-Ramstadt wandert zu sieben Waldbrünnchen

 

Darmstadt gilt seit jeher als „Großstadt im Walde“. Insbesondere im Nahbereich der Stadt gibt es zahlreiche Erholungseinrichtungen wie gefasste Waldbrunnen und Schutzhütten, die schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der „Waldkarte“ des Johannes Hieronymus Zamminer beschrieben wurden und noch heute existieren. Die meisten der Brünnchen sind nach Angehörigen der großherzoglichen Familie benannt, andere verdanken ihren Namen bekannten Darmstädter Persönlichkeiten oder weisen auf besondere Ereignisse hin. Vom Schützenheim am Böllenfalltor wird zunächst zum Wilbrandsbrünnchen gewandert, das ziemlich versteckt in der Nähe des Paul-Trinkglas-Tempels liegt und seinen Namen nach Geheimrat Wilhelm Wilbrand, dem ehemaligen Vorsitzenden der Ministerialforstabteilung hat. Als zweiten Brunnen besuchen die Wanderer den nach der letzten Großherzogin benannten Eleonorenbrunnen. Der weitere Weg führt dann kreuz und quer durch den Wald zum südöstlich des Ludwigstempels liegenden Diebsbrunnen aus aufgeschichteten Steinen. Es heißt, dass auf einer Jagd ein Diener den für seinen Herrn bestimmten Wein getrunken und die halbgeleerten Flaschen mit dem Wasser des Brunnens wieder aufgefüllt habe und so zum Dieb geworden sei. Der nächste Brunnen, der erreicht wird, ist der nach dem ersten Darmstädter Oberbürgermeister Justus Georg Kahlert benannte Kahlertbrunnen am Kotlettpfad. Richtung Roßdorf, kurz vor der Aschaffenburger Strasse, kommen die Wanderer dann zum Dietersbrunnen, der an einen dort im Walde hausenden Köhler namens Dieter erinnert. Kurz darauf ist nahe der Fischerhütte der Albertsbrunnen erreicht, der im Volksmund auch Schwefelbrunnen heißt und Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha gewidmet ist. Auf dem Weg zum letzten Brünnchen der Wanderung, dem Jägersbrünnchen, das im Waldgebiet „Wilde Sau“ liegt und ehemals ein beliebter Rastplatz der Jäger war, kommen die Wanderer über den Schnampelweg und an der Claudius-Ruhe vorbei. Hier erinnert man sich der jeweiligen Namensgebung: Bei einer Jagd wurde einst der Landgraf von einem Jäger darauf hingewiesen, dass dort mitten auf dem Weg der Förster bei einem Weibsbild liegt und schnampelt. Daraufhin bestimmte der Landgraf, dass dieser Waldweg künftig Schnampelweg heissen soll. Die Claudius-Ruhe erinnert an Mathias Claudius, der hier sein Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ gedichtet haben soll. Bis auf den Kahlert- und Dietersbrunnen sprudelten die Brunnen vor sich hin und die Wanderer füllten ihre Trinkflaschen mit köstlich frischem Brunnenwasser. Über Magen- und Darmbeschwerden hat, soweit bisher bekannt, keiner der Mitwanderer geklagt. Für diese beeindruckende Wanderung wurde dem Ehepaar Inge und Wilfried Plößer herzlich gedankt. Es ist Aufgabe und Pflicht aller Spaziergänger und Wanderer diese Kleinode im Darmstädter Wald zu erhalten und vor Beschädigungen zu bewahren.

 


 

06. Juni 2019

 

 

OWK Nieder-Ramstadt: So weit die Füße tragen

 

23 bestens gelaunte und motivierte Wanderfreundinnen & Wanderfreunden trafen sich zur fünften Auflage der sportlichen Wanderung, diesmal unter dem Motto „Go West Richtung Nieder-Ramstadt“ am Bahnhof Nieder-Ramstadt/ Traisa.

Erstmals wurde die Streckenwanderung unter Zuhilfenahme der Odenwaldbahn durchgeführt. Pünktlich um 7:54 Uhr ging es mit der VIAS Bahn nach Lengfeld/ Otzberg zum eigentlichen Startpunkt, der über 37 km langen Wanderung. Bei idealem Wanderwetter führte die Wegstrecke zunächst durch Lengfeld, vorbei an der im 11. Jahrhundert erbauten evangelischen Sankt Gallus Kirche zum Ortsteil Zipfen.

Mit wissenswerten Informationen zum Odenwaldklub am Gründungshaus des Vereins vorbei über den Jahreswanderweg 2019 „Natur & Technik“ ging es hinauf nach Otzberg und zur 367m hoch gelegenen Veste Otzberg. Vom Turm der im Jahre 1231 erstmals urkundlich erwähnten Burg erhielten die Wanderfreunde einen erfrischenden Rundblick auf Odenwald, das Rhein-Main Gebiet und den Spessart. Mit einem Ausblick auf die nachfolgende Streckenführung machte sich die Gruppe auf den Weg zur Frühstücksrast am Hollergraben bei Nieder-Klingen. Gestärkt und mit einem trefflichen Sonnenschutz (gesponsert von Getränke Hynk) ging es weiter überwiegend durch Feld und Flur auf dem Klinger Storchenweg vorbei an der Heyden- und Budenmühle, die B426 überquert in Richtung Habitzheim. In einem von Bibern angelegten Feuchtgebiet nahe der Bahnlinie erweckte ein Storchenpaar die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Wanderer. Über befestigte Feldwege vorbei an einer Anbaufläche der Gewürz- und Heilpflanze Oregano erreichten die Wanderer mit schnellem Schritt das Naturschutzgebiet „Reinheimer Teich“.

Anschließend bestaunten die Wanderer den regen Flugbetrieb am nahen Reinheimer Segelflugplatz. Imposante Blicke folgten den startenden und landenden Segelflugzeugen, bevor es durch die Gesprenzwiese und Auen stromaufwärts an Ueberau vorbei nach Groß-Biberau ging.

Am Spielplatz „Im Briebel“ erwartete die hungrigen Wanderer ein reichhaltiges Mittagbuffet, zubereitet und serviert vom OWK Team unter der Leitung von Inge & Wilfried Flößer.

Gestärkt und bestens präpariert für die folgenden Anstiege ging es weiter, durch Groß-Biberau – der grünen OWK Wegmarkierung und RW 5 folgend zunächst zur Anhöhe südlich des Heidekopfes hinauf. Durch den Koloniewald vorbei an der Förster Heid Hütte und der Heegwaldquelle zwischen Wembach und Rohrbach gelegen.

Über die Anhöhe „Steinköpfchen“ führte die nun anspruchsvolle Wegstrecke „off Road“ durch hohes Gras und Gestrüpp Wembach umrundend über die rote Wegmarkierung den Seckenhain hinauf zum Modelflugplatz zwischen Rohrbach und Ober-Ramstadt.

Das Modautal wurde über die Staumauer des 1990 bis 1993 erbauten Hochwasserrückhaltebecken überquert. Die Schlussetappe folgte hinauf zur Anhöhe nahe dem Kuhfalltor. Mit schwindenden Kräften aber dennoch zuversichtlich blickten die Wanderer auf die in der Abendsonne in der Ferne leuchtende Veste Otzberg zurück.

Das Tagesziel erforderte nochmals intensiven Körpereinsatz beim Abstieg durch den Lohberg nach Nieder-Ramstadt über die Treppenstrasse.

Um 18:30 Uhr war es geschafft. 37,3 km und 370 Höhenmeter waren erfolgreich absolviert. Trotz teilweise schmerzender Glieder und Erschöpfung zeichnete ein glückliches Siegerlächeln die Lippen der Wanderfreundinnen & Wanderfreunden bei der Ankunft im Hof von Familie Plößer.

Die wohlverdiente abschließende Kaffetafel entschädigte die Teilnehmer dür die Anstrengungen der zurückgelegten 10 Stunden. Urkunden zur Erinnerung sowie Worte des Dankes für die Organisation und Helfern runden den perfekten Wandertag ab.

 


 

25. Juni 2019

 

Der Natur auf der Spur

OWK Nieder-Ramstadt auf Glühwürmchenwanderung

 

Zwölf Wanderer trafen sich in einer lauen Sommernacht um 21:30 Uhr am Schlossgartenplatz in Nieder-Ramstadt, um zu einer besonderen Abendwanderung aufzubrechen. Erstmals stand eine Glühwürmchenwanderung auf dem Programm. Die Wanderung führte entlang des Modauufers und über den Wasserweg zur Zigeunerbrücke. Hier gab Harald Zeitz als verantwortlicher Wanderbegleiter den Teilnehmern einiges Wissenswerte zu den Glühwürmchen bekannt. Es handelt sich hierbei gar nicht um Würmchen oder Würmer, sondern um 8-10 mm lange Käfer aus der Familie der Leuchtkäfer. Sie sind an der Körperunterseite mit Leuchtorganen ausgestattet, damit Männchen und Weibchen zur Paarung und Eiablage nachts zusammen finden. Der beste Zeitpunkt zum Beobachten ist von Mitte Mai bis Ende Juli, überwiegend jedoch in der dritten Junidekade, also zwischen dem 20. und dem 30. Juni. Das gehäufte Auftreten um den Johannistag (24. Juni) gab diesen Käfern auch den deutschen Beinamen „Johanniswürmchen“. Man findet sie vorzugsweise auf Wiesen, in Gärten und Parkanlagen, am Bach- und Flussufer, in lichten Gebüschen und an Laubwaldrändern. Da diese Voraussetzungen landschaftlich gegeben waren, stand einem Treffen mit den Glühwürmchen nichts mehr im Wege. So führte die Wanderung nun in der langsam untergehenden Abendsonne weiter ins Mittelbachtal Richtung Schlotten- und Birkenberg. Dem Abendgesang der Vögel wurde gelauscht, die Frösche quakten und der Ruf eines Kauzes und einer Taube wurde wahrgenommen. Nach einer kurzen Rast wurde gegen 22:30 Uhr der Rückweg angetreten. Jetzt war es richtig dunkel geworden und es hieß „Augen offen halten“. In Höhe des Vogelschutzgehölzes begann dann das Leuchten. Erst eins, dann zwei, drei und bald sind alle Wanderer von zig Lichtern rechts und links des Weges umgeben. Auf der Suche nach Weibchen schwirrten die paarungswilligen Käfermännchen mit ihren Leuchtsignalen durch die Nacht und begeisterten nicht nur die Käferdamen. Günstige Witterung und viel Glück ermöglichten es den Nachtwanderern, viele „fliegende Taschenlampen“ zu beobachten und damit ein tolles Naturschauspiel in unseren heimatlichen Gefilden zu erleben.     

 


 

28. Juli 2019

 

Kohlenmeiler und Wasserversorgung in der Oberzent

OWK Nieder-Ramstadt beim Jahreswanderweg Kultur und Technik

 

Über 130 Wanderer aus sieben verschiedenen Ortsgruppen des Odenwaldklubs wanderten auf einer ca. 8 km langen Etappe des Jahreswanderweges rund um den Kohlenmeiler in der Hinterbach. Die landschaftlich reizvolle Rundwanderung wurde bei idealem Wanderwetter von Wanderführern des OWK Beerfelden geführt und erläutert. Viele der Teilnehmer waren in diesem Gebiet des Odenwaldes zum ersten Mal und von der schönen Landschaft sehr angetan. Durch das stille Finkenbachtal ging es zunächst bis zum romantischen ehemaligen Forsthaus Saubuche und dann auf dem Raubacher- Jockel-Wanderweg durch den Wald hoch in den idyllischen Weiler Raubach. Dort wurde der Gedenktafel und dem Gedenkstein des legendären Odenwälder Originals Raubacher Jockel ein kurzer Besuch abgestattet. Danach lief man entlang der Gemarkungsgrenze der Stadt Oberzent und weiter durch die „Löffeldelle“ wieder abwärts Richtung Hinterbach bis zum Widder. Der Widder ist eine durch Wasserkraft angetriebene Wasserpumpe, die früher dazu beitrug, die Wasserversorgung in der Oberzent zu gewährleisten. Aufbau und Wirkungsweise wurden den Wanderern von einem Mitglied des Arbeitskreises Kohlenmeiler anschaulich und kompetent erklärt. Krönender Abschluss der Wanderung war schließlich der Besuch des rauchenden Kohlenmeilers. Dort hatten viele fleißige Helferinnen und Helfer mit der Verköstigung der zahlreichen Gäste allerhand zu tun. Auch der Kohlenmeiler und das uralte traditionelle Odenwälder Handwerk der Köhlerei wurden den vielen interessierten Wanderfreunden anschaulich gezeigt und erklärt. Zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken versehen, traten alle am Ende dieses harmonischen Wandertages wieder ihre Heimfahrt an.

 


 

18. August 2019

 

Ein Hauch von Himalaya

OWK Nieder-Ramstadt wanderte im Binger Wald

 

Elf Mühltaler Wanderer starteten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu einer anspruchsvollen Abenteuerwanderung im Binger Wald. Nach der Anfahrt in Pkw-Fahrgemeinschaften startete die Gruppe in Bingen, durchquerte den Park der ehemaligen Landesgartenschau und folgte dem Rhein stromabwärts. Versehen mit Informationen zum Mäuseturm und zum Binger Loch erreichte die Wanderschar bei Rheinkilometer 531 den Einstieg zur Kreuzbachklamm. Über einen schmalen mit Trittstufen, Leiterelementen und Halteseilen gesicherten Pfad ging es in einer schweißtreibenden Etappe über 200 Höhenmeter durch das Kreuzbachtal. Der Kreuzbach entspringt nahe der Villa Rustica, einem römischen Gutshof aus dem Jahre 150 n. Chr. und mündet nach knapp drei km in den Rhein. Die Klamm wurde erstmals 1930 begehbar gemacht. Bei einem Unwetter im Jahr 2016 wurde sie total zerstört und bereits im Sommer 2017 mit neu gesicherten Wegen wieder hergerichtet. Auf dem Erlebnispfad Binger Wald querten die Wanderer über eine Hängeseilbrücke den Kreuzbach und erreichten auf dem Rhein-Burgen-Weg die „Steckeschlääferklamm“ im Morgenbachtal. Diese begeistert kleine und große Wanderer gleichermaßen. Viele geschnitzte Baumgeister geben der Schlucht ihren ganz besonderen Reiz. Dem Morgenbach folgend gelangten die Wanderer über dem Oligsberg zum Schweizerhaus, das einst von Schweizer Arbeitern errichtet wurde. Hier öffnet sich ein phantastischer Panoramablick ins Welterbe Oberes Mittelrheintal: die Wanderer verfolgten  von oben das Geschehen im 130 m tiefer gelegen Rheintal. Die Sicht auf Fracht- und Personenschiffe, auf den Raddampfer „Goethe“ und die Orte Bingen und Assmannshausen luden zum Verweilen ein. Der Rückweg führte am Forsthaus Heiligkreuz vorbei zum finalen steilen Abstieg nach Bingen.  Auf eine Abschlussrast wurde aufgrund der kräftezehrenden Wanderung verzichtet. Infolge eines auftretenden heftigen Unwetters am frühen Abend war dies im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung. So kehrten alle Wanderer wieder unbeschadet nach Nieder-Ramstadt zurück.

 


 

22. September 2019

 

Wanderung zum roten Granit

OWK Nieder-Ramstadt wandert über die Tromm

 

Für die Wanderung durch das hintere Wiesental zur Tromm hätte das Wetter nicht passender sein können. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen konnte Wanderführer Harald Zeitz 12 Mitglieder und Gäste des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt begrüßen. Mit einem Wanderspruch stimmte er die Wanderer auf die Tour ein: „Wir wandern über Berg und Tal, da fühlen wir uns gut; ob Regen oder Sonnenstrahl, wir fassen neuen Mut“. Hierzu ertönte aus einem nahen Grundstück individuelle Spielmannszugmusik, wie extra zur Begrüßung bestellt. Das hintere Wiesental zieht sich zwischen Scharbach und Litzelbach in naturbelassener Schönheit hoch zur Tromm. Manch einer meint sogar, es verdiene mehr Beachtung als das Gassbachtal zwischen Hammelbach und Gras-Ellenbach! Interessant war der alte vierseitige Wegweiserstein am Trommhöhenweg, der in Stunden die Entfernungen zum jeweiligen Ziel angibt. Vorbei an der Waldgaststätte Schardhof und dem Naturfreundehaus Tromm besuchten die Wanderer kurz die private Mooswiesenkapelle, bevor die Felsformationen Lindenstein erreicht wurden. Auch der ehemalige Grenzwall Tromm, eine symbolische Grenzmarkierung zwischen Pfalz, Kurmainz und Grafschaft Erbach beeindruckte die Wanderer. Dieser ca. 45 m lange Wall wurde 2006 von Schülern des Überwaldgymnasiums aus Lesesteinen erbaut. Reger Betrieb herrschte im Gasthaus „Schöne Aussicht“ auf der Tromm, wo die Nieder-Ramstädter zur Mittagsrast einkehrten. Der Rückweg verlief dann durch die Streitsdöll zum dortigen Historischen Steinbruch, der von 1938 – 1943 in Betrieb war. Roter Trommgranit wurde hier abgebaut. Dieses Gestein soll auch für das ehemalige NS-Reichsparteigebäude in Nürnberg Verwendung gefunden haben. Der Steinbruch wurde 2005 mit Hilfe der Teilnehmer eines internationalen Jugendcamps und finanzieller Förderung durch die EU wieder zugänglich gemacht. Bald waren die in Scharbach geparkten Autos wieder erreicht. Bevor die Heimfahrt angetreten wurde, dankte die Nieder-Ramstädter OWK-Vorsitzende Inge Plößer dem Wanderführer nochmals für die Vorbereitung und Durchführung dieser Wanderung und für die ausgegebene „Unterwegsverpflegung“.

 


 

01. Oktober 2019

 

Kinokultur wie anno dazumal

OWK Nieder-Ramstadt auf Besichtigungstour in Heppenheim

 

Bereits zum sechsten Mal führte Alfred Friedrich die Nieder-Ramstädter Wanderer des Odenwaldklubs in seine Geburtsstadt Heppenheim. Er machte es sehr spannend und kündigte für diesen Tag eine besondere Überraschung an. Bereits nach Ankunft am Heppenheimer Bahnhof wies er auf das historische Gebäude des St. Vinzenz Klosters hin, in dem Frauen sich eine Auszeit vom stressigen Alltag nehmen können. Auf dem Weiterweg zeigte er das Schwimmbad, in dem er schwimmen gelernt hat und seine frühere Schule. In der Altstadt wurden beim Gang durch kleine verwinkelte Gässchen recht imposante Fachwerkhäuser bestaunt. Auf einmal war man in der Wilhelmstraße angelangt, wo in einem mit mächtigen Kastanienbäumen bepflanzten Hof zwei stattliche längliche Gebäude die Aufmerksamkeit auf sich zogen: eine alte Kegelbahn, die ihn an seinen Hinzuverdienst als Kegeljunge erinnerte, sowie das alte Saalbau-Kino im Stil der 50er Jahre. Es gibt es noch, ein Kino wie früher, das seit über 50 Jahren unverändert blieb und seit 1910 in der vierten Generation als Familienbetrieb geführt wird. Einheimische betrachten es als schönstes Kino der Region; der Eintritt beträgt auf allen Plätzen gleich viel. Die roten Sessel sind zwar etwas unbequem, aber dafür sorgt der weite Stuhlabstand für gute Beinfreiheit. Manch einer meinte, den alten Zigarettenqualm von früher noch in der Luft zu riechen. Man fühlte sich wie in alten Zeiten. Der Höhepunkt der Überraschung war dann die Vorführung eines 25-minütigen „Fuzzy-Western“, natürlich schwarz-weiß wie früher. Die grotesken Filmszenen brachten die Mühltaler lauthals zum Lachen und alle dachten an ihre Jugendzeit  Auf Nachfrage wurde erklärt, dass hier nicht nur Filmvorführungen stattfinden, sondern dass der Saal auch als Kleinkunstbühne für lokale Kulturveranstaltungen genutzt wird. Nach dieser gelungenen Überraschung zogen die Wanderer zurück Richtung Bahnhof und genossen im „Halben Mond“ bei hausgebrautem Bier und gutem Essen einen geselligen Abschluss dieser Stadtbesichtigung. Großer Dank war dem heutigen Wanderführer gewiss und er versprach, auch 2020, im verflixten 7. Jahr, eine weitere Fahrt nach Heppenheim zu organisieren.

 


 

19. Oktober 2019

 

Jeder Schritt hält fit

Erste Gesundheitswanderung beim OWK Nieder-Ramstadt

 

Wir erinnern uns: bereits bei verschiedenen Wanderfreizeiten wurden Wanderpausen mit gymnastischen Übungen aufgelockert. Jetzt nahmen erstmals sechzehn Wanderfreunde des Odenwaldklubs Nieder-Ramstadt an einer  speziellen Wanderung mit einer zertifizierten Gesundheitswanderführerin teil. Neben dem Wandern selbst umfasst Gesundheitswandern auch Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining. Forschen Schrittes ging es hinauf zur Peter-Jährling-Ruhe. Gut aufgewärmt konnten die ersten Übungen unter Anleitung von Friederike Preuß beginnen. Die Übungen zeigten den Teilnehmern, dass das Gleichgewicht nicht immer so einfach gehalten werden kann, sondern dass es dazu einiger Übung bedarf. Auf einem Wiesengrundstück in der  Mordach wurden dann weitere Aufwärmübungen absolviert und im Anschluss daran Gleichgewichts- und Dehnübungen aufgezeigt und mit viel Spaß von den Wanderern durchgeführt. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer ein Informationsblatt ausgehändigt, auf dem sämtliche Übungen nochmals dargestellt sind. So kann jeder auch zu Hause üben, um für zukünftige Wanderungen fit zu bleiben. Mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedankten sich die Wanderer bei Friederike Preuß, die extra aus Heppenheim kam, um mit den hiesigen OWK-Mitgliedern auf sportliche Weise Trittsicherheit und Gleichgewichtssinn zu schulen und zu stärken. Fazit: Gesundheitswandern macht Spaß!

 


 

05. November 2019

 

Von der Vergangenheit zur Geschichte

OWK Nieder-Ramstadt besichtigt Frankfurts neue Altstadt

 

Wandern kann man nicht nur durch Wälder und grüne Landschaften, sondern auch durch die Stadt. Ein solches Angebot, bei dem es weniger um die Entdeckung der Natur als um spannende kulturelle Orte geht, gab es bei einer Tour durch Frankfurts neue Mitte. Der Rundgang begann am Römerberg zwischen Minerva- und Gerechtigkeitsbrunnen mit Blick auf den Römer und den diesjährigen Weihnachtsbaum, der gerade aufgestellt wurde. Nach Erläuterungen zur Frankfurter Geschichte und zur bereits 1983 erfolgten Bebauung der Ostzeile am Römerberg führte der Weg Richtung Main zum Haus Wertheim. Dieses Haus hat als einziges Fachwerkhaus am 22.3.1944 die Zerstörung der Altstadt unversehrt überstanden.  Vorbei an der Kunsthalle Schirn, in der Ausstellungen aus allen Kunstepochen gezeigt werden, gelangten die die Besucher rasch in die neue Altstadt, die in den Jahren 2010 – 2018 mit ihren verwinkelten Gassen und malerischen Perspektiven entstanden ist. 35 Häuser, davon 15 originalgetreue Rekonstruktionen sowie 20 Neubauten bilden das lebendige neue Stadtviertel zwischen Dom und Römer. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf ca. 220 Millionen Euro. Rund 30 Geschäfte, Restaurants, Cafes und Museen bieten viel Platz zum Entspannen und Entdecken. Der qm-Preis der Immobilien liegt zwischen 5-7 Tausend Euro. Ein Gang durch die Altstadt erlaubt einen spannenden Blick in die Geschichte der Mainmetropole: Von den ersten römischen Siedlungsspuren in der Kaiserpfalz „franconofurd“ über das gotische Erdgeschoss des Hauses Esslinger mit dem Struwwelpeter-Museum, die detailreiche Renaissancefassade der „Goldenen Waage“  bis hin zu den Neubauten – auf wenigen Metern sind zahlreiche Epochen und Baustile zu entdecken. Beeindruckend sind  auch im Innenhof des „Goldenen Lämmchen“ die Laubengänge und Holzgalerien. Der Stoltze-Brunnen am Hühnermarkt erinnert an den Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze und dessen bekannten Ausspruch: „Es will merr net in mein Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“ Auf dem Krönungsweg, dem historischen Weg zwischen Dom und Römer, den die Könige und Kaiser im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten beschritten, begegnete den Mühltaler Wanderern der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der durch einen seiner Mitarbeiter einen „schönen Aufenthalt in unserer historischen Stadt“ wünschte.  Die Wanderer beschlossen den erlebnisreichen Tag in einer nahe gelegenen Gaststätte und dankten den Organisatoren für diesen wunderschönen Rundgang.