Rückblick

Hier finden Sie Berichte vergangener Wanderungen oder Veranstaltungen

 


 

Jahresrückblick 2019

 

Jugendwanderweg „Durch das Modautal“

OWK Nieder-Ramstadt stellt virtuellen Wanderweg vor

 

Auch im Jahr 2019 will der Odenwaldklub Nieder-Ramstadt über seine Aktivitäten berichten und dabei Vorschläge für eigenständige Wanderungen unterbreiten. Heute etwas Besonderes: Ein für die Jugend konzipierter Wanderweg ohne Wanderzeichenmarkierung! Der Weg führt durch die drei Kommunen Modautal, Mühltal und Ober-Ramstadt und wird als Jugendwanderweg „Durch das Modautal“ bezeichnet. Sowohl am Kreisjugendheim in Ernsthofen als auch an der Hohen Straße bei Frankenhausen, am Naturfreundehaus Heidenacker und am Hochwasserrückhaltebecken Ober-Ramstadt stehen rechteckige hellgrüne Info-Tafeln. Hier können alle Wanderer (nicht nur Jugendliche!) den darauf abgebildeten QR-Code auf ihr Smartphone scannen und sich die Wanderstrecke virtuell anzeigen lassen. Die Streckenführung kann auch als gpx-Datei heruntergeladen und mit Hilfe eines Navis  abgelaufen werden. Es muss nicht der gesamte Weg in voller Länge abgewandert werden, sondern es können individuelle Etappen gewählt werden. Der Beginn und das Ende  der Wanderung kann auch an anderen Punkten der Strecke begonnen bzw. beendet werden. Auf dem Rundweg gibt es ebenfalls einiges Interessante zu sehen wie z. B. das Hochwasserrückhaltebecken in Ober-Ramstadt, prachtvolle Ausblicke auf die Höhen des Odenwaldes und Taunus, die Frankfurter Skyline sowie die einzelnen Stationen des Waldthemenpfades am Breitenstein. Sogar auf eine Einkehr mit zünftiger Vesper im Naturfreundehaus Ober-Ramstadt (mittwochs geschlossen!) dürfen sich die Wanderer freuen. Der Gesamtweg beträgt 14,7 km und führt von Ernsthofen nach Neutsch, weiter nach Frankenhausen auf die Hohe Strasse, über den Waldthemenpfad zum Naturfreundehaus, hinunter zum Hochwasserrückhaltebecken und über Nieder- und Ober-Modau zurück zum Ausgangspunkt . Wer seinem Navi oder Smartphone nicht traut, kann bei der OWK-Ortsgruppe Nieder-Ramstadt eine genaue Wegebeschreibung auf Papier anfordern. Also: Runter vom Sofa – hinaus in die Natur! Wandern liegt voll im Trend und gehört zu den angenehmsten Möglichkeiten, etwas für die Gesundheit zu tun. Man bewegt sich in der freien Natur, entspannt sich in der frischen Luft, entdeckt Schritt für Schritt schöne Landschaften und steigert seine körperliche Leistungsfähigkeit.

 


 

12. Februar 2019

 

Zeitreise in die Vergangenheit

OWK Nieder-Ramstadt besichtigt Museum Reinheim

 

Wie eine Zeitreise in die Vergangenheit empfanden 26 Personen den Besuch des Heimatmuseums in Reinheim. Die Bedeutung und der Erhalt von Brauchtum und Kulturgeschichte werden von den Mitgliedern des Odenwaldklubs seit jeher gepflegt, um die Geschichte und das Leben der Menschen in früheren Zeiten für die Nachwelt zu dokumentieren. Seit 1911 leisteten sich die Einwohner Reinheims ein eigenes Haus für das Erinnern, um für die Nachwelt gesammelte „Altertümer“ aufzubewahren und auszustellen. Nach Betreten des Hauses befindet sich der Besucher in einer Küche, wie sie um 1900 üblich war. Die gute Stube, die nur an Sonn- und Feiertagen benutzt wurde, strahlt mit ihrem schönen Ofen, einer wuchtigen Truhe und der alten Standuhr Behaglichkeit aus. Die anschließende Schlafstube mit Himmelbett, Strohsack und altem Eichenschrank weckten Erinnerungen an Omas Zeiten. Mit der Wohnstube aus den 50-er Jahren und dem Herrenzimmer wurden die Eindrücke aus dem letzten Jahrhundert ergänzt. Der in einem alten Kellergewölbe eingerichtete Luftschutzkeller erinnert an Kriegszeiten und ein „Flüchtlingszimmer“ aus der Nachkriegszeit zeigt den beengten Wohnraum, der für Flüchtlinge und Vertriebene seinerzeit bereitgestellt werden musste. In einem Nebengebäude befindet sich die Waschküche mit Waschkessel, Wannen, Bütten, Waschbrett und Wäschestampfer. Hier ahnt man, welch schwere Arbeit bei hohem Zeitaufwand und großer Mühe am Waschtag von Frauen zu leisten war. Besonderes Interesse bestand auch an der großen Puppensammlung aus aller Welt sowie an der funktionstüchtigen Schmiede mit ledernem Blasebalg. Der Arbeitsraum einer alten Apotheke ist ebenso zu bestaunen wie ein Webraum mit altem Webstuhl. Nach einem kleinen Stadtrundgang besichtigten die Teilnehmer am Bahnhof noch das alte Stellwerk aus dem Jahr 1909. Ein ehemaliger Fahrdienstleiter erläuterte hier die signaltechnischen Anlagen und die Hebel für Weichen, Riegel und Gleissperren. Zum Schluss waren sich alle Teilnehmer einig, einen interessanten Nachmittag verbracht und viele Erinnerungen aus Erzählungen der Eltern und Großeltern sowie aus eigenen Kinder- und Jugendzeiten aufgefrischt zu haben.

 


 

17. Februar 2019

 

Der Frühling ist über dem Land

OWK Nieder-Ramstadt wanderte bei Gräfenhausen

 

14 Wanderer des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs starteten bei ungewöhnlichen Frühlingsbedingungen von 14° Celsius und strahlendem Sonnenschein zu einer Halbtageswanderung um den Steinrodsee bei Gräfenhausen. Der See entstand in den 1930-er Jahren beim Abbau von Kies und Sand für den Bau der damaligen Reichsautobahn Frankfurt – Darmstadt. Schon seinerzeit mußte von der Stadt Weiterstadt dafür eine Ausgleichsfläche geschaffen werden. Heute kann man deshalb gegenüber dem Parkplatz von einem Aussichtspunkt aus nicht nur Kaninchen, sondern auch diverse Vögel wie Neuntöter, Steinschmätzer oder Schwarzkehlchen beobachten. Von hier aus führte auf ebenen Wegen der 7 km lange Rundwanderweg um den 12 ha großen und bis zu 4 m tiefen Steinrodsee herum. Nach Überqueren des Apfelbachs wurde durch Wald und Feld in nördlicher Richtung zur idyllisch gelegenen Hintersten Tagwiese gewandert. Hier befindet sich u.a. ein e Brutstätte des Baumpiepers und in Dämmerungszeiten können auf dem Wiesengelände oft Rehe und Wildschweine angetroffen werden. Der weitere Weg führte dann nach einer kurzen Erfrischungsrast durch abwechslungsreichen Eichen- und Buchenwald zur südlich gelegenen Gänsewiese. Nach Verlassen des Waldes wurde bald das Naturdenkmal „Sanddüne am Apfelbach“ erreicht, wo das seltene Zwerggras sowie das Berg-Sandglöckchen und der Mauerpfeffer wachsen. Durch die Erweiterung des Gebietes und durch Auftrag unbelasteten Tiefensandes konnten die Lebensbedingungen für diese Raritäten gezielt verbessert werden. Längs des Apfelbaches ging die Wanderung wieder zurück zum Steinrodsee. Die durstige und hungrige Wanderschar stärkte sich abschließend in geselliger Runde in der direkt am See gelegenen Fischerhütte. Da das herrliche Wetter viele andere Gäste ebenfalls zur Einkehr lockte, fiel der Aufenthalt länger aus als geplant. Das war jedoch nicht weiter tragisch, da man den schönen Blick über den See genießen und dabei viele einzelne Wasservögel beobachten konnte. Nach Dank an die Wanderführung für diese vorfrühlingshafte Wandertour im Februar wurde wieder die Heimfahrt nach Mühltal angetreten.

 


 

24. März 2019

 

Von Seeheim bis Alsbach

OWK Nieder-Ramstadt wandert bergauf und talein

 

Der Burgensteig bildet eine Kombination zwischen Naturerlebnis, Geschichte und sportlichem Wandern. Heute steht für 22 Wanderfreunde des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs eine weitere Etappe des Steiges auf dem Plan. Vom neuen Rathaus in Seeheim aus führt der Weg durch den alten Ortskern hinauf zum Kreuzbergpark und zum Naturdenkmal „ Fünf-Schwestern-Linde“. Der Legende nach soll an dieser Stelle eine kluge Frau aus Seeheim der Landgräfin von Hessen-Darmstadt geweissagt haben, dass jede ihrer fünf Töchter einst eine Krone tragen werde - und wirklich, diese Prophezeiung ging in Erfüllung. Weiter bergauf durch den Wald wird dann über eine Hängebrücke der Tannenberg erreicht. Reste eines Bergfrieds und einige Mauern zeugen nach Ausgrabungen von der ehemaligen Burg. Belohnt wird der Wanderer hier mit einem einmaligen Ausblick in die tiefer gelegene Rheinebene, zur Frankfurter Skyline, in das hessische Ried sowie nach Rheinhessen und in die Pfalz. Nun führt der Weg hinunter ins Stettbachtal und hoch auf den Heiligenberg. Schloß Heiligenberg ist der Stammsitz des Hauses Battenberg-Mountbatten mit seinen weitreichenden verwandtschaftlichen Beziehungen zu europäischen Königshäusern. Vorbei an der Ruine eines ehemaligen Nonnenklosters und an den Resten der einstigen Zentlinde geht es in den normalerweise für Besucher geschlossenen Kreuzgarten. Hier wird der Wandergruppe durch einen Bediensteten der Stiftung Heiligenberg die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner erläutert. Zum Andenken an die Großherzogin Wilhelmine ließen ihre Kinder hier ein sieben Meter hohes goldenes Kreuz errichten. Nebenan befindet sich das Mausoleum für den Prinzen Alexander von Hessen und seine Gemahlin Julie, Prinzessin von Battenberg, deren Gebeine jedoch später im Freien bestattet wurden. Durch den Ortskern von Jugenheim und zwischen Villen und Gärten geht die Wanderung auf dem Burgensteig weiter und führt schließlich durch den Sperbergrund hoch zum Alsbacher Schloss, das sich unterhalb des Melibokus auf einem 257 m hohen Bergrücken über Alsbach befindet. Heute wird die Schlossruine vom Förderverein Schloss Alsbach unterhalten. Nach einer längeren Rast in der Burgschänke wird dann der Rückweg nach Alsbach angetreten, um mit der Straßenbahn zurück nach Seeheim zu fahren. Mit einem Dankeschön an die Organisatoren Heide Götz und Inge Schneider-Plößer geht eine anstrengende aber erlebnisreiche Wanderung zu Ende.

 


 

14. April 2019

 

Bezirkswandertreffen des Odenwaldklubs in Ober-Ramstadt

Auch OWK Nieder-Ramstadt wanderte mit

 

Im April trafen sich die Wanderfreunde aus dem OWK-Bezirk 2 zu ihrer jährlichen gemeinsamen Bezirkswanderung. Die ausrichtende Ortsgruppe Ober-Ramstadt hatte drei unterschiedlich lange Wanderstrecken vorbereitet. Nach der Begrüßung am Bahnhof durch den örtlichen OWK-Vorsitzenden Hans-Jürgen Becker und den Bezirksvorsitzenden Heiko Schwedler verteilten sich die Teilnehmer aus Weiterstadt, Griesheim, Pfungstadt, Darmstadt, Eberstadt, Nieder-Ramstadt, Ober-Ramstadt, Roßdorf, Ernsthofen und dem Wanderclub Falke auf die drei gebildeten Wandergruppen. Unter dem Motto „Stadtteile der Stadt der Farben“ wanderte eine Gruppe auf dem Main-Stromberg-Weg bzw. dem Waldenser- und Hugenottenpfad nach Wembach-Hahn und über Rohrbach auf der Alten Rohrbächer Chaussee und über den Mühlberg zurück nach Ober-Ramstadt. Die zweite Gruppe mit dem Motto „Ausblicke auf die Stadt der Farben“  begab sich über die Linde zum Hohen Rain und weiter Richtung Waldhof zum Silberberg und zum Naturfreundehaus. Hier genoss man den schönen Ausblick auf das Rückhaltebecken sowie auf die Kernstadt und das Industriegebiet, bevor der Rückweg angetreten wurde. Die dritte Wanderung stand unter dem Motto „Sehenswürdigkeiten der Stadt der Farben“ und entpuppte sich als Stadtrundgang. Neben der Petri-Villa mit Park wurde der Hammermühlenkomplex, das Rathaus mit der Büste von Georg Christoph Lichtenberg, das Schwimmbadgelände und das Gelände des geplanten Neubaus der Feuerwehr und der Polizei besichtigt. Auch das alte Rathaus mit der Otto-Weber-Anlage und der Pfarrer-von-Wachter-Ruhe sowie die neu renovierte evangelische Kirche und die Lichtenberg-Gesamtschule durften nicht fehlen. Mit vielen interessanten Informationen, u.a. zu den geplanten Windrädern, zum Renaturierungsprojekt „Gabelteich“ und zum Modau-Rückhaltebecken wurden die Wanderer unterwegs versorgt. Im Gasthaus „Europa“ trafen sich dann alle Teilnehmer wieder gesund und munter zur gemeinsamen Schlussrast, um in geselliger Runde den Wandertag gemütlich ausklingen zu lassen. Ein großes Dankeschön erging an die OWK-Ortsgruppe Ober-Ramstadt für die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung mit fast 100 Teilnehmern.

 


 

12. Mai 2019

 

Wanderung in eine längst vergangene Zeit

OWK Nieder-Ramstadt auf den Höhen des Überwaldes

 

Bei der heutigen Wanderung begegnen den Wanderern aus Nieder-Ramstadt Ortsnamen wie Straßburg, Schönbrunn und Korsika. Doch die Wanderung führt weder nach Frankreich noch nach Österreich, sondern einfach in den Überwald zu Ortsteilen von Wald-Michelbach. Die Herkunft dieser Siedlungsnamen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es wird jedoch ein Zusammenhang mit dem Rückzug der französischen Truppen Napoleons nach dem verlorenen Russlandfeldzug hergestellt. Ausgehend vom Haus des Gastes in Schönmattenwag führt der Weg durch die kleine Siedlung Frankel und am alten Forsthaus vorbei immer aufwärts bis zur 514 m hoch gelegenen „Struwweligen Buch`“, der Wald-Michelbacher Buche. Hier werden bei einer kurzen Rast Erläuterungen zu den Windrädern am nebenan liegenden Berg „Stillfüssel“ gegeben, bevor es weiter zum Adlerstein, einem der außergewöhnlichsten Flurdenkmäler der Region, geht. Als Dreimärker repräsentiert er die Grenze zwischen Kurpfalz, Kurmainz und der Wald-Michelbacher Cent. Die Bedeutung des Adlersteins liegt darin, dass er die Interimsherrschaft von Karl Theodor von der Pfalz über das „Heilige Reich Deutscher Nation“ dokumentiert. Auf der einen Seite des Steines befindet sich der Doppeladler des alten Reiches mit dem Reichsapfel. Die Buchstaben „GB“ (Großherzogtum Baden) und „GH“ (Großherzogtum Hessen) sind erst später eingemeißelt worden. Vorbei an einer großen Waldwiese wird bald darauf über einen Waldweg der auf einer Hochebene idyllisch gelegene Weiler Schönbrunn erreicht. Hier leben ca. 16 Personen in einem Dorf, das bis heute nicht an das öffentliche Straßennetz angeschlossen ist. Die Zu-, Durch- und Abfahrt zu diesem Weiler wird strengstens kontrolliert und ist nur Anliegern gestattet. Trotzdem befindet sich hier ein Straßenschild, das im weiten Umkreis einmalig sein dürfte und die Wanderer zum Schmunzeln anregt: es wird offiziell vor den die Straße kreuzenden Hühnern gewarnt! Die Hoffnung der Bewohner, dass die für den Bau der Windräder am Stillfüssel errichtete Zufahrtsstraße genutzt werden könnte und das strikte Fahrverbot nach Schönbrunn aufgehoben würde, hat sich jedoch nicht erfüllt. So gelangen weiterhin die Besucher der sehr zu empfehlenden  Wandergaststätte nur per pedes an ihr Ziel. Diese mitten im Wald gelegene kleine Ansiedlung ist ein Überbleibsel aus der Zeit, wo die Einwohner sich vor den marodierenden Soldaten des Mittelalters verstecken mussten. Der Rückweg erfolgt dann über einen steil absteigenden Serpentinenpfad hinab nach Korsika und von dort durchs Ulfenbachtal zum Ausgangspunkt „Schimmeldewog“. Wilhelm Schulenberg hat es als Wanderführer verstanden, den Nieder-Ramstädtern einige Merkwürdigkeiten des Odenwaldes zu zeigen. Dafür wurde ihm vielmals gedankt.

 


 

14. Mai 2019

 

Tag des Wanderns

OWK Nieder-Ramstadt beteiligt sich an bundesweiter Aktion

 

Der frühere Bundespräsident Theodor Heuss hat es nicht nur gewusst, sondern auch ausgesprochen: „Der Sinn des Wanderns ist, unterwegs zu sein“. Egal wohin und wie weit. Wandern macht frisch und froh, munter und aktiv, denn wer wandert, braucht keine Reaktivierungsdragees. Raus in die Natur hat noch keinem geschadet. Es zeigt sich immer wieder, dass Wandern auch für Einheimische eine Bereicherung zum Kennenlernen der näheren Heimat sein kann. 15 Personen wanderten mit dem Odenwaldklub Nieder-Ramstadt am bundesweiten Tag des Wanderns in der heimischen Umgebung. Die Tour führte zunächst zum Mathildentempel, zum Ludwigsbrunnen und zum Waltersteich. Hier wurde auch der etwas versteckt liegende Lindenbergbrunnen aufgesucht, bevor es weiter zum Waldaltar der Marienschwestern und zum Melitabrunnen am Südhang des Prinzenberges ging. Hier beginnt das wunderschön gelegene Hetterbachtal, eines der schönsten Naturtäler unserer Gegend, dessen Landschaftsbild durch steten Wechsel von Äckern und Gärten, Wiesen und Teichen, Obstbaumgrundstücken und Brachflächen geprägt ist. Inmitten der Streuobstwiesen erfreuten sich die Wanderer am Ruf des Kuckucks, der erstmals in diesem Jahr zu hören war. Heide Götz, die zusammen mit Inge Schneider-Plößer diese Frühlingswanderung zum Tag des Wanderns vorbereitet hatte, erläuterte den Teilnehmern unterwegs viel Wissenswertes über die heimische Natur und die Geschichte der am Wegrand angelaufenen Punkte. Am Eberstädter Marktplatz wurde Mittagsrast gehalten, bevor die Wanderer zurück nach Mühltal liefen und den beiden Wanderbegleiterinnen herzlichst dankten.

 


 

02. Juni 2019 

 

Wenn alle Brünnlein fließen

OWK Nieder-Ramstadt wandert zu sieben Waldbrünnchen

 

Darmstadt gilt seit jeher als „Großstadt im Walde“. Insbesondere im Nahbereich der Stadt gibt es zahlreiche Erholungseinrichtungen wie gefasste Waldbrunnen und Schutzhütten, die schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der „Waldkarte“ des Johannes Hieronymus Zamminer beschrieben wurden und noch heute existieren. Die meisten der Brünnchen sind nach Angehörigen der großherzoglichen Familie benannt, andere verdanken ihren Namen bekannten Darmstädter Persönlichkeiten oder weisen auf besondere Ereignisse hin. Vom Schützenheim am Böllenfalltor wird zunächst zum Wilbrandsbrünnchen gewandert, das ziemlich versteckt in der Nähe des Paul-Trinkglas-Tempels liegt und seinen Namen nach Geheimrat Wilhelm Wilbrand, dem ehemaligen Vorsitzenden der Ministerialforstabteilung hat. Als zweiten Brunnen besuchen die Wanderer den nach der letzten Großherzogin benannten Eleonorenbrunnen. Der weitere Weg führt dann kreuz und quer durch den Wald zum südöstlich des Ludwigstempels liegenden Diebsbrunnen aus aufgeschichteten Steinen. Es heißt, dass auf einer Jagd ein Diener den für seinen Herrn bestimmten Wein getrunken und die halbgeleerten Flaschen mit dem Wasser des Brunnens wieder aufgefüllt habe und so zum Dieb geworden sei. Der nächste Brunnen, der erreicht wird, ist der nach dem ersten Darmstädter Oberbürgermeister Justus Georg Kahlert benannte Kahlertbrunnen am Kotlettpfad. Richtung Roßdorf, kurz vor der Aschaffenburger Strasse, kommen die Wanderer dann zum Dietersbrunnen, der an einen dort im Walde hausenden Köhler namens Dieter erinnert. Kurz darauf ist nahe der Fischerhütte der Albertsbrunnen erreicht, der im Volksmund auch Schwefelbrunnen heißt und Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha gewidmet ist. Auf dem Weg zum letzten Brünnchen der Wanderung, dem Jägersbrünnchen, das im Waldgebiet „Wilde Sau“ liegt und ehemals ein beliebter Rastplatz der Jäger war, kommen die Wanderer über den Schnampelweg und an der Claudius-Ruhe vorbei. Hier erinnert man sich der jeweiligen Namensgebung: Bei einer Jagd wurde einst der Landgraf von einem Jäger darauf hingewiesen, dass dort mitten auf dem Weg der Förster bei einem Weibsbild liegt und schnampelt. Daraufhin bestimmte der Landgraf, dass dieser Waldweg künftig Schnampelweg heissen soll. Die Claudius-Ruhe erinnert an Mathias Claudius, der hier sein Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ gedichtet haben soll. Bis auf den Kahlert- und Dietersbrunnen sprudelten die Brunnen vor sich hin und die Wanderer füllten ihre Trinkflaschen mit köstlich frischem Brunnenwasser. Über Magen- und Darmbeschwerden hat, soweit bisher bekannt, keiner der Mitwanderer geklagt. Für diese beeindruckende Wanderung wurde dem Ehepaar Inge und Wilfried Plößer herzlich gedankt. Es ist Aufgabe und Pflicht aller Spaziergänger und Wanderer diese Kleinode im Darmstädter Wald zu erhalten und vor Beschädigungen zu bewahren.

 


 

06. Juni 2019

 

 

OWK Nieder-Ramstadt: So weit die Füße tragen

 

23 bestens gelaunte und motivierte Wanderfreundinnen & Wanderfreunden trafen sich zur fünften Auflage der sportlichen Wanderung, diesmal unter dem Motto „Go West Richtung Nieder-Ramstadt“ am Bahnhof Nieder-Ramstadt/ Traisa.

Erstmals wurde die Streckenwanderung unter Zuhilfenahme der Odenwaldbahn durchgeführt. Pünktlich um 7:54 Uhr ging es mit der VIAS Bahn nach Lengfeld/ Otzberg zum eigentlichen Startpunkt, der über 37 km langen Wanderung. Bei idealem Wanderwetter führte die Wegstrecke zunächst durch Lengfeld, vorbei an der im 11. Jahrhundert erbauten evangelischen Sankt Gallus Kirche zum Ortsteil Zipfen.

Mit wissenswerten Informationen zum Odenwaldklub am Gründungshaus des Vereins vorbei über den Jahreswanderweg 2019 „Natur & Technik“ ging es hinauf nach Otzberg und zur 367m hoch gelegenen Veste Otzberg. Vom Turm der im Jahre 1231 erstmals urkundlich erwähnten Burg erhielten die Wanderfreunde einen erfrischenden Rundblick auf Odenwald, das Rhein-Main Gebiet und den Spessart. Mit einem Ausblick auf die nachfolgende Streckenführung machte sich die Gruppe auf den Weg zur Frühstücksrast am Hollergraben bei Nieder-Klingen. Gestärkt und mit einem trefflichen Sonnenschutz (gesponsert von Getränke Hynk) ging es weiter überwiegend durch Feld und Flur auf dem Klinger Storchenweg vorbei an der Heyden- und Budenmühle, die B426 überquert in Richtung Habitzheim. In einem von Bibern angelegten Feuchtgebiet nahe der Bahnlinie erweckte ein Storchenpaar die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Wanderer. Über befestigte Feldwege vorbei an einer Anbaufläche der Gewürz- und Heilpflanze Oregano erreichten die Wanderer mit schnellem Schritt das Naturschutzgebiet „Reinheimer Teich“.

Anschließend bestaunten die Wanderer den regen Flugbetrieb am nahen Reinheimer Segelflugplatz. Imposante Blicke folgten den startenden und landenden Segelflugzeugen, bevor es durch die Gesprenzwiese und Auen stromaufwärts an Ueberau vorbei nach Groß-Biberau ging.

Am Spielplatz „Im Briebel“ erwartete die hungrigen Wanderer ein reichhaltiges Mittagbuffet, zubereitet und serviert vom OWK Team unter der Leitung von Inge & Wilfried Flößer.

Gestärkt und bestens präpariert für die folgenden Anstiege ging es weiter, durch Groß-Biberau – der grünen OWK Wegmarkierung und RW 5 folgend zunächst zur Anhöhe südlich des Heidekopfes hinauf. Durch den Koloniewald vorbei an der Förster Heid Hütte und der Heegwaldquelle zwischen Wembach und Rohrbach gelegen.

Über die Anhöhe „Steinköpfchen“ führte die nun anspruchsvolle Wegstrecke „off Road“ durch hohes Gras und Gestrüpp Wembach umrundend über die rote Wegmarkierung den Seckenhain hinauf zum Modelflugplatz zwischen Rohrbach und Ober-Ramstadt.

Das Modautal wurde über die Staumauer des 1990 bis 1993 erbauten Hochwasserrückhaltebecken überquert. Die Schlussetappe folgte hinauf zur Anhöhe nahe dem Kuhfalltor. Mit schwindenden Kräften aber dennoch zuversichtlich blickten die Wanderer auf die in der Abendsonne in der Ferne leuchtende Veste Otzberg zurück.

Das Tagesziel erforderte nochmals intensiven Körpereinsatz beim Abstieg durch den Lohberg nach Nieder-Ramstadt über die Treppenstrasse.

Um 18:30 Uhr war es geschafft. 37,3 km und 370 Höhenmeter waren erfolgreich absolviert. Trotz teilweise schmerzender Glieder und Erschöpfung zeichnete ein glückliches Siegerlächeln die Lippen der Wanderfreundinnen & Wanderfreunden bei der Ankunft im Hof von Familie Plößer.

Die wohlverdiente abschließende Kaffetafel entschädigte die Teilnehmer dür die Anstrengungen der zurückgelegten 10 Stunden. Urkunden zur Erinnerung sowie Worte des Dankes für die Organisation und Helfern runden den perfekten Wandertag ab.

 


 

25. Juni 2019

 

Der Natur auf der Spur

OWK Nieder-Ramstadt auf Glühwürmchenwanderung

 

Zwölf Wanderer trafen sich in einer lauen Sommernacht um 21:30 Uhr am Schlossgartenplatz in Nieder-Ramstadt, um zu einer besonderen Abendwanderung aufzubrechen. Erstmals stand eine Glühwürmchenwanderung auf dem Programm. Die Wanderung führte entlang des Modauufers und über den Wasserweg zur Zigeunerbrücke. Hier gab Harald Zeitz als verantwortlicher Wanderbegleiter den Teilnehmern einiges Wissenswerte zu den Glühwürmchen bekannt. Es handelt sich hierbei gar nicht um Würmchen oder Würmer, sondern um 8-10 mm lange Käfer aus der Familie der Leuchtkäfer. Sie sind an der Körperunterseite mit Leuchtorganen ausgestattet, damit Männchen und Weibchen zur Paarung und Eiablage nachts zusammen finden. Der beste Zeitpunkt zum Beobachten ist von Mitte Mai bis Ende Juli, überwiegend jedoch in der dritten Junidekade, also zwischen dem 20. und dem 30. Juni. Das gehäufte Auftreten um den Johannistag (24. Juni) gab diesen Käfern auch den deutschen Beinamen „Johanniswürmchen“. Man findet sie vorzugsweise auf Wiesen, in Gärten und Parkanlagen, am Bach- und Flussufer, in lichten Gebüschen und an Laubwaldrändern. Da diese Voraussetzungen landschaftlich gegeben waren, stand einem Treffen mit den Glühwürmchen nichts mehr im Wege. So führte die Wanderung nun in der langsam untergehenden Abendsonne weiter ins Mittelbachtal Richtung Schlotten- und Birkenberg. Dem Abendgesang der Vögel wurde gelauscht, die Frösche quakten und der Ruf eines Kauzes und einer Taube wurde wahrgenommen. Nach einer kurzen Rast wurde gegen 22:30 Uhr der Rückweg angetreten. Jetzt war es richtig dunkel geworden und es hieß „Augen offen halten“. In Höhe des Vogelschutzgehölzes begann dann das Leuchten. Erst eins, dann zwei, drei und bald sind alle Wanderer von zig Lichtern rechts und links des Weges umgeben. Auf der Suche nach Weibchen schwirrten die paarungswilligen Käfermännchen mit ihren Leuchtsignalen durch die Nacht und begeisterten nicht nur die Käferdamen. Günstige Witterung und viel Glück ermöglichten es den Nachtwanderern, viele „fliegende Taschenlampen“ zu beobachten und damit ein tolles Naturschauspiel in unseren heimatlichen Gefilden zu erleben.     

 


 

28. Juli 2019

 

Kohlenmeiler und Wasserversorgung in der Oberzent

OWK Nieder-Ramstadt beim Jahreswanderweg Kultur und Technik

 

Über 130 Wanderer aus sieben verschiedenen Ortsgruppen des Odenwaldklubs wanderten auf einer ca. 8 km langen Etappe des Jahreswanderweges rund um den Kohlenmeiler in der Hinterbach. Die landschaftlich reizvolle Rundwanderung wurde bei idealem Wanderwetter von Wanderführern des OWK Beerfelden geführt und erläutert. Viele der Teilnehmer waren in diesem Gebiet des Odenwaldes zum ersten Mal und von der schönen Landschaft sehr angetan. Durch das stille Finkenbachtal ging es zunächst bis zum romantischen ehemaligen Forsthaus Saubuche und dann auf dem Raubacher- Jockel-Wanderweg durch den Wald hoch in den idyllischen Weiler Raubach. Dort wurde der Gedenktafel und dem Gedenkstein des legendären Odenwälder Originals Raubacher Jockel ein kurzer Besuch abgestattet. Danach lief man entlang der Gemarkungsgrenze der Stadt Oberzent und weiter durch die „Löffeldelle“ wieder abwärts Richtung Hinterbach bis zum Widder. Der Widder ist eine durch Wasserkraft angetriebene Wasserpumpe, die früher dazu beitrug, die Wasserversorgung in der Oberzent zu gewährleisten. Aufbau und Wirkungsweise wurden den Wanderern von einem Mitglied des Arbeitskreises Kohlenmeiler anschaulich und kompetent erklärt. Krönender Abschluss der Wanderung war schließlich der Besuch des rauchenden Kohlenmeilers. Dort hatten viele fleißige Helferinnen und Helfer mit der Verköstigung der zahlreichen Gäste allerhand zu tun. Auch der Kohlenmeiler und das uralte traditionelle Odenwälder Handwerk der Köhlerei wurden den vielen interessierten Wanderfreunden anschaulich gezeigt und erklärt. Zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken versehen, traten alle am Ende dieses harmonischen Wandertages wieder ihre Heimfahrt an.

 








 

Jahresrückblick 2018

 

12. August 2018

 

Wandern im mittleren Odenwaldkreis

Odenwaldklub Nieder-Ramstadt auf Einhards Spuren

 

Ausgehend vom Naturparkplatz „Mossauer Höhe“ startete die August-Wanderung des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs. Die Wegstrecke führte zunächst in nördliche Richtung über die Hohe Straße und später auf dem Mossauer Weg immer bergab nach Rehbach. In Höhe des Forsthauses Kohlgrube, am sogenannten „Zwei Städte Blick“, genossen die Wanderer eine sehr schöne Fernsicht auf Michelstadt und Erbach. Kurz vor Rehbach stieß man auf den Alemannenweg und folgte diesem in östlicher Richtung bis zum Großen See an der Bundesstraße 47. Hier wurde im 16. Jahrhundert Erzabbau betrieben. Die heute am See liegenden großen Schlackenreste stammen angeblich noch aus einem mittelalterlichen Hochofen und sind Teil eines hier verlaufenden kulturhistorischen Wanderweges. Nach Überqueren der Bundesstraße ging es auf einem neu angelegten Waldpfad zur Einhardsquelle mit Rastplatz und Schutzhütte. Dieser Platz eignete sich vorzüglich für eine Frühstücksrast und zu einigen Erläuterungen über den Namensgeber Einhard. Einhard war ein Vertrauter Karls des Großen und als dessen Schreiber, Berater und Biograph tätig. Im Jahr 851 erhielt er die Mark Michelstadt und Güter der heutigen Stadt Seligenstadt geschenkt. Er lebte einige Jahre in Michelstadt und errichtete in Steinbach die älteste karolingische Basilika nördlich der Alpen. Der Entwicklung dieses Ortes und seiner Umgebung hat er starke Impulse gegeben. Die Einhardsbasilika konnte bei dieser Wanderung leider nur von außen besichtigt werden. Der weitere Wanderweg verlief jetzt durch Steinbach und führte bergauf zur Adalbertshöhe Richtung Waldhorn und Flugplatz Michelstadt. Vorbei am Friedwaldgelände ging es in westlicher Richtung auf einem breiten Forstweg zurück zur Mossauer Höhe. Zahlreiche Grenzsteine säumten diesen Weg und erinnerten an frühere Grenzregelungen. Wanderwart Klaus Frank bedankte sich Namen der sechzehn Wanderfreunde bei den beiden Wanderbegleitern Erhard Weiser und Tammo Rohlfs für diese abwechslungsreiche fünfstündige Wanderung, bevor man mit den Fahrzeugen nach Ober-Mossau fuhr und im Brauereigasthof „Hirschen“ die wohlverdiente Schlussrast einlegte.

 


 

10. Oktober 2018

 

Stadtbesichtigung einmal anders

OWK Nieder-Ramstadt besucht Dieburg

 

Mit einem Besuch im Franziskusgarten des ehemaligen Kapuzinerklosters begannen siebzehn Wanderfreunde des Nieder-Ramstädter Odenwaldklubs ihre Stadtführung in Dieburg. Bevor die Kapuziner sich wegen Nachwuchsmangels 2012 aus Dieburg verabschiedeten, gestalteten die Klostermänner ihren Garten um: Der „Sonnengesang“ des heiligen Franz von Assisi, ein Gebet auf die Schöpfung, ist das alles bestimmende Thema des Klostergartens. Das Ehepaar Mertesacker von der ehrenamtlichen Gartengruppe Franziskusgarten führte die Wanderer durch den Garten und machte auf die Schönheit, Geschichte und heutige Bedeutung dieser wundervollen Anlage aufmerksam. Die blaue Herde der Friedensschafe des Aktionskünstlers Rainer Bonk, die friedlich im Garten grast, wurde ebenso bestaunt wie später das Innere der Klosterkirche. In der Stadt wurden historische Gebäude wie die Wendelinuskapelle, die Marienschule mit ihrem Knaben- und Mädchenschulhaus und ein nahezu unverändertes Jugendstilhaus sowie der Jungfernstieg und das ehemalige Badhaus besichtigt. Katholiken aus der weiten Region suchen heute noch Trost und Beistand vor dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gnadenbild, einer Pieta in der Wallfahrtskirche. Mit Glauben und Vertrauen kamen stets Pilger zur Gnadenkapelle nach Dieburg, wo Gott auf außerordentliche und wunderbare Weise Gnaden erwiesen hat. Aus dem Jahr 1683 wird berichtet, dass es dem gelähmten Freiherrn Friedrich von Frankenstein im Beisein vieler hundert Personen gelang, die Marienkapelle, in die er mühsam und voller Schmerzen hineingetragen wurde, wieder aufrecht und ohne Krücken zu verlassen - diese hatte er zuvor am Altar niedergelegt. Gegenüber der Kirche, auf dem Gelände einer ehemaligen Klosteranlage, befindet sich noch heute die Justizvollzugsanstalt Dieburg, in der etwa 270 Häftlinge im geschlossenen Vollzug Strafen von bis zu 24 Monaten absitzen. Dieburg verdankt seine Entstehung den Römern und war Verkehrsknotenpunkt (Hohe Straße) und Verwaltungssitz. Mit der 2011 eröffneten Römerhalle als Tagungsstätte wird an diese Zeit erinnert. In der Zuckerstraße, heute Fußgängerzone und Haupteinkaufsmeile, pulsiert städtisches Leben. Zwischen Gersprenz und Fechenbacher Schlosss sind noch Zeichen einer mittelalterlichen Wasserburg sichtbar: das Albini-Schloss, Reste der alten Stadtmauer sowie Türme der ehemaligen Stadtbefestigung. Schloss Fechenbach, ein früherer Adelshof und Barockschlösschen der Freiherren von Ulner, wird heute als Museum benutzt. Wir sehen, Dieburg hat viele Traditionen: religiöse, antike und schließlich folkloristische. Seit 1508 findet die berühmte Dieburger Fastnacht mit einem großen Umzug am Fastnachtsdienstag statt. Dieser muss sich nicht hinter dem Mainzer Rosenmontagszug verstecken! Daran wird das ganze Jahr über in der Stadtmitte durch den Fastnachtsbrunnen mit dem Bajazz und seiner Laterne erinnert. Die Stadtbesichtigung endete mit einer gemütlichen Kaffeerunde im Freien auf dem Dieburger Marktplatz.

 


 

11. September 2018

 

Wanderbares Frankfurt

OWK Nieder-Ramstadt erwanderte eine weitere Strecke von Frankfurts Grüngürtel

 

Auch in diesem Jahr stand für den Odenwaldklub Nieder-Ramstadt eine Streckenwanderung um Frankfurts Grüngürtel auf dem Programm. Ab U-Bahnstation Frankfurt Römerstadt, dem Endpunkt unserer letztjährigen Tour, erreichte man bald den Volkspark Niddatal. Ausgedehnte Wiesen, Gehölze und Feuchtbiotope vermitteln den Eindruck naturnaher Landschaft und wechseln sich mit Spiel- und Sportplätzen ab. Blauer Himmel und Sonnenschein ließen die buntgefärbten Bäume in der Nidda widerspiegeln. Auf gekiestem flachen Weg führte der Weg entlang des Flusses Richtung Höchst. Unterwegs konnte reichlich Herbststimmung eingefangen und viele Graureiher, Enten, Gänse und auch drollige Nutrias bestaunt werden. Der sich anschließende Brentanopark war dann schnell durchschritten und nach Überqueren einer Straße befand man sich schon im Solmspark. Eine Vesperpause mit Süßigkeiten und Getränken wurde am Modell des ehemaligen Rödelheimer Schlosses eingelegt. Gut gestärkt wanderten wir weiter und erreichten bald die alte Niddabrücke aus Sandstein, die direkt in den Stadtteil Höchst führt. Hier mündet die Nidda in den Main. Durch das Maintor gingen wir hinauf auf den Schlossplatz und kehrten zur wohlverdienten Mittagspause in der Alten Zollwache ein. Dank des warmen Wetters konnte man die Rast sogar im Freien genießen. Der anschließende Weg zum Höchster Bahnhof führte durch einen Teil der Höchster Altstadt mit wunderbar restaurierten Fachwerkhäusern. Dieser herbstliche Wandertag wurde von den 18 Wanderfreunden sehr genossen. Nachdem die Teilnehmer der Wanderführung für die Ausarbeitung dieser Tour gedankt hatten, wurde mit dem Zug die Heimreise nach Mühltal angetreten. Alle freuen sich schon heute auf die Fortsetzung dieser Wanderung im kommenden Jahr 2019!